11.09.2018

Seilschaften - Rettung oder falsche Uniformität. Literaturgottesdienst im Kunstsommer


Arnsberg. „Ich will mit keinem Haufen raufen, lass mich auf keinen Verein ein.“ Mit einem Liedtext Reinhard Meys wurde im literarischen Gottesdienst zum Thema „Seilschaften“ gleich klar, dass das Vorbereitungsteam aus Arnsberg, Menden und Meschede um Pfarrer Johannes Böhnke sich kritisch mit dem Thema Gemeinschaft auseinandersetzen wollte. Eine Seilschaft am Berg kann sichern und Leben retten. Seilschaften in Politik, Vereinswesen und Bündnissen können auch in falsche Uniformität zwingen und andere ausgrenzen.
Den literarischen roten Faden fand das Gottesdienstteam im Märchen von den Bremer Stadtmusikanten. Hier sind es gerade nicht die erfolgreichen Karriereplaner, die sich anpassen, sondern die aus der Welt gefallenen Nutzlosen und Ungleichen, die sich gegenseitig stützen und gerade in ihrer Verschiedenheit nur gemeinsam am Leben bleiben. „Etwas Besseres als den Tod findest du überall.“
Jeder darf sich selbst treu bleiben. Zugleich gibt es das Leben, Gerechtigkeit, Glauben nur gemeinsam. Dieser Zugang zum Thema fand sich auch in den ausgewählten biblischen Texten. Ein Kranker wird von seiner Seilschaft der Freunde Jesus vor die Füße gelegt. Vielfältige Begabungen wirken in einer Gemeinde gleichberechtigt zusammen. Und für Jesus zählt nicht der Nutzwert eines Menschen, sondern die Liebe, die Mut macht einander zu tragen und zu halten. So erinnerte der Gottesdienst zugleich mahnend an die Gefahr von Seilschaften wie ermutigend an die Beziehungsfäden, die Menschen untereinander stärkend und dennoch in Freiheit verbinden.
In der wunderbaren  Kulisse der Rauminstallation von Künstlerin Vanessa Enriquez  wurden „Seilschaften“ im Gottesdienst unterhaltsam, nachdenklich und engagiert entfaltet. Zur Literatur kamen Gedanken zum Thema aus persönlichen Erfahrungen hinzu. Die Musiker Kaus Schriever, Saxophon, und David Krüger, Klavier, aus Neheim, verzauberten die Zuhörer und boten mit ihren Zwischenspielen Raum für eigene Gedanken zum Thema.

Eine Zugabe aus der Autobiographie Joachim Meyerhoffs bereitete als Überleitung zum Imbiss und Gespräch nach dem Gottesdienst besonderes Vergnügen. Während die Musiker die Winnetou-Filmmusik vortrugen, war in der Lesung von der besonderen Blutsbrüderschaft des Autors mit seinem Hund zu hören. KANN

Bilder: Gernot Disselhoff


Die Bremer Stadtmusikanten:Kerstin Buchbinder als Esel, Beate Horstmeier als Hund, Karin Neumann-Arnoldi als Katze und Jutta Juchmann als Hahn.

Pfarrer Johannes Böhnke vor der Installation.

 
 
 
 
Seilschaften - Rettung oder falsche Uniformität. Literaturgottesdienst im Kunstsommer
 

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