31.10.2018

"Grenzen waren für ihn Türen, die er öffnete." - Bewegender Abschied von Georg Scheuerlein


Brilon. Nach dem Beruf des Theologen wäre der Musikus die zweite Wahl für Martin Luther gewesen. Daran erinnerte Pfarrer Rainer Müller während der Trauerfeier für Georg Scheuerlein. Der Pfarrerssohn aus der Pfalz hatte sich für den Beruf des Musikers entschieden. Als Kirchenmusiker, als Schulmusiker, als Pädagoge, als Leiter der Musikschule im Hochsauerlandkreis hat er Menschen begeistert. 15 Jahre lang hat er sich im Hochsauerlandkreis für qualifizierte Kultur im ländlichen Raum eingesetzt. Viele Menschen sollten als Musizierende oder als Publikum daran teilhaben. „Grenzen waren Türen für Georg Scheuerlein, die er für Begegnungen öffnete“, beschrieb Rainer Müller Scheuerleins große Offenheit. Davon zeugten seine Projekte, die er auch im Kontakt mit der evangelischen Kirche in der Region durchführte. 2015 kombinierte er in „Luther reloaded“ die Reformationssinfonie von Mendelssohn mit Elementen der Jugendkultur: Rap, Graffiti und Dance. Ihm lag daran, dass Jugendliche aller Schulformen ihre eigenen Zugänge zum Thema Reformation in der Gesellschaft fanden. Mit Gemeinde-Projektchören gestaltete er musikalische Gottesdienste in Arnsberg und Meschede. Junge und ältere, musikalisch Ausgebildete und Laien sangen zusammen. So wie in den Orchestern der Musikschule Schüler und Schülerinnen mit ihren Musiklehrern und mit musikbegeisterten Hochsauerländern, darunter auch zahlreiche Menschen aus den evangelischen Kirchengemeinden, zusammen musizierten.
Menschen aus dem Hochsauerlandkreis, aus Nordrhein-Westfalen und aus europäischen Partnerkreisen und Städten versammelten sich zur Trauerfeier in Brilon. Die Evangelische Stadtkirche war bis auf den letzten Stehplatz gefüllt. Pfarrer Rainer Müller erinnerte an den optimistischen, zupackenden und hartnäckigen Georg Scheuerlein. Fürsorglich habe er sich denen zugewandt, die sich ihm anvertraut hatten: seiner Frau und seinen Kinder, seiner weiteren Familie, Schülern und Lehrerinnen, Kollegen und Mitarbeiterinnen.
Musik, die Scheuerlein liebte, wurde vorgetragen von einem Streichquartett, das Theresia Pflüger aus Musikerkollegen der Musikschule zusammengestellt hatte. Susanne Lamotte begleitete an der Orgel Kirchenlieder von Johann Sebastian Bach, Paul Gerhard und Martin Luther.  Zur „Air“ von Bach lud der Pfarrer alle ein, sich persönliche Erinnerungen an Georg Scheuerlein zu vergegenwärtigen. Er las Texte aus dem Requiem von Johannes Brahms, das dieser nach dem Tod seiner Mutter komponiert hat. „Alles wird gut werden“, habe Scheuerlein oft gesagt, wenn er Menschen für seine Projekte begeisterte. Es gelang ihm, sich – schon von der Krankheit gezeichnet - aus seinen Arbeitsbezügen zu verabschieden und Nachfolger einzuarbeiten. Seine Pläne für den Ruhestand hingegen durchkreuzte die unheilbare Krankheit, die ihm den Atem nahm und am 22. Oktober zu seinem Tod führte. Mit Kerzen verabschiedeten sich die Trauernden von Georg Scheuerlein, dankbar, traurig und auf Trost hoffend. KKB


Georg Scheuerlein Bild: Sabrinity

 
 
 
 
"Grenzen waren für ihn Türen, die er öffnete." - Bewegender Abschied von Georg Scheuerlein
 

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