15.05.2018

„Starke Glaubensgemeinschaften sind für Gesellschaft und Stadt wichtig.“ - Gespräch zwischen Stadt und Ev. Kirche während der Visitation


Neheim. Gespräche helfen einander kennenzulernen und sind eine gute Basis, um miteinander Herausforderungen zu bestehen. Darauf vertrauen Ralf Bittner, der neue Bürgermeister der Stadt Arnsberg, und Alfred Hammer, Superintendent im Ev. Kirchenkreis Arnsberg. Im Rahmen der Visitation der Ev. Kirchengemeinde fand deshalb auch ein Gespräch mit Vertretern der Stadt statt: dem Bürgermeister, Stefan Wulf vom Büro für Integration und Zuwanderung, und Rosemarie Goldner als Ehrengast. Von evangelischer Seite nahmen neben dem Superintendenten Pfarrer Dr. Udo Arnoldi, Pfarrerin Gabriela Hirsch, mehrere Presbyter, Diakoniepfarrer Peter Sinn und die Beauftragte für ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit Franziska Pich, Christina Bergmann vom Projektbüro und Christian Korte, Vorstand der Diakonie Ruhr-Hellweg an einem Arbeitsessen teil.

„Sie sollen uns kennenlernen“, eröffnete der Superintendent die Gesprächsrunde und erzählte von den strukturellen Veränderungen, die mit der Gründung des Ev. Kirchenkreises Soest-Arnsberg vor den evangelischen Sauerländern liegen. „Wir wollen als evangelische Kirche in den Sauerländer Städten präsent bleiben.“ Bürgermeister Bittner stellte sich als überzeugter Katholik vor: „Starke Glaubensgemeinschaften sind für Gesellschaft und Stadt wichtig“, ordnete er die Beziehung zur Kirche ein. Pfr. Dr. Udo Arnoldi stellte gemeinsame Arbeitsfelder der Kirchengemeinde und der Stadt vor:  die Kinder-und Jugendarbeit, die Zukunft der Pauluskirche, die Flüchtlingsarbeit, die Begegnung der Religionen und das Gedenken an den 9. November 1938. Auf diesen Feldern profitierten Stadt und Kirchengemeinde voneinander. „Das Gespräch unter den Religionen wurde im Jahr 2000 von der Stadt Amsberg initiiert“ erinnerte Arnoldi. Inzwischen seien regelmäßige konfessions- und religionsübergreifende Gespräche Programm geworden. Ein gutes Klima zwischen den Religionen sei „wichtig für das Wohl der ganzen Stadt“, fasste Arnoldi seine Erfahrungen zusammen und wies daraufhin, dass aufgrund dieses Engagements die Evangelische Kirche von Westfalen der Kirchengemeinde die Skulptur „Engel der Kulturen“ schenken werde. „Am 23. September beim Gemeindefest wird sie vor der Kirche eingeweiht.“

Die Zusammenarbeit zwischen Diakonie, Caritas und den städtischen Einrichtungen liegt dem Bürgermeister am Herzen. „Gäbe es diese Institutionen nicht, müsste man sie erfinden“ meinte Bittner. Er will Menschen, die durch die Maschen des sozialen Netzes fallen, im Auge behalten. Ihretwegen hat er einen „Humanitären Beirat“ gegründet. Die ca. 40 sozialen Einrichtungen in der Stadt sollen sich regelmäßig treffen, Lösungen für einzelne Menschen finden und miteinander ein festes Netzwerk knüpfen, auch um unverbundene Doppelstrukturen zu verhindern. „Die Kirchen sind im humanitären Beirat sehr willkommen“ sprach er eine Einladung aus.

„Arnsberg ist sehr sozial eingestellt“, da waren sich die Gesprächsbeteiligten einig. Das Ausländeramt sei sehr offen für die Bedürfnisse der Flüchtlinge, gab Stefan Wulf zu bedenken. Er forderte dringend auf, zukünftig vor der Gewährung eines Kirchenasyls mit ihm Kontakt zu suchen. Es sei vielleicht möglich, individuelle Lösungen zu finden. Das Kirchenasyl müsse die letzte aller Handlungsmöglichkeiten bleiben.

Die Unterhaltung war lebhaft, Schnittmengen wurden deutlich und gaben  Anlass, darauf zu vertrauen, dass Stadt und Kirchengemeinde in Kooperation mit den katholischen Gemeinden und den anderen sozialen Institutionen in Zukunft noch enger gemeinsam handeln werden, sei es im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit oder bei den Themen Betreutes Wohnen und Gewinnen günstigen Wohnraumes. Begeistert äußerte sich Bittner über das seit einem Jahr existierende Café Inka in Alt-Arnsberg. Er sei dort schon mehrfach eingekehrt und habe interessante Gespräche geführt. KKB

 

 


Kirchenkreis, Kirchengemeinde und Diakonie im Gespräch mit Vertretern der Stadt Arnsberg

Stefan Wulf und Ralf Bittner

.l.: Christian Korte, Dr. Udo Arnoldi, Presbyter David Krüger und Franziska Pich

 
 
 
 
„Starke Glaubensgemeinschaften sind für Gesellschaft und Stadt wichtig.“ - Gespräch zwischen Stadt und Ev. Kirche während der Visitation
 

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