25.07.2018

Auf Wiedersehen - Kirchenasyl erfolgreich beendet


Brilon. Seit dem 3. Januar gewährte das Presbyterium einer jungen aus dem Libanon geflüchteten Frau Kirchenasyl im Evangelischen Gemeindezentrum. genau sechs Monate später war das Ziel der Aktion erreicht: Der Asylantrag der jungen Frau wird in Deutschland bearbeitet. Hier leben Familienmitgieder, denen sie vertraut. Bereits vor Weihnachten warben Elisabeth Patzsch in Olsberg und Rolf Plauth in Brilon als kreiskirchliche Beauftragte für und Koordinator in der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit um freiwillige Unterstützung. Vor der Presbyteriumssitzung am 27. Dezember 2017  trafen sich erstmals 13 Menschen im neu gegründeten Unterstützerkreis, 7 weitere sagten ihre Hilfe zu. 12 übernahmen einen regelmäßigen Besuchsdienst, um die Kontakte zu der geflüchteten Frau zu pflegen. Diese durfte ja das Gelände der Kirchengemeinde während des Kirchenasyls nicht verlassen. Ein junger Syrer, der von Anfang an als Dolmetscher zur Verfügung stand, besuchte sie täglich. Er übernahm für sie die Einkäufe und Besorgungen und brachte ihr Grundkenntnisse in Deutsch bei.

Der Standort Evangelisches Gemeindezentrum erwies sich relativ schnell als Glücksfall für das Kirchenasyl. Dort finden ohnehin regelmäßig verschiedene Angebote statt, die für Besucher insgesamt offen sind oder die sich zum Teil speziell an Flüchtlinge richten. So finden Sprachkurse der VHS für Migranten mit unterschiedlichen Vorkenntnissen statt. Neben dem individuellen Sprachunterricht nahm auch Samar an diesem Kurs mit teil. Aber auch das Nähcafé des Vereins Kunterbunt trifft sich regelmäßig im Gemeindezentrum. Dort begegnen sich wie im Café International auch Brilonerinnen und Briloner und Flüchtlinge aus vielen Herkunftsländern. Der Besuch dieser Treffpunkte und die Beteiligung an diesen Aktivitäten führten dazu, dass Samar mit vielen Menschen in ihrer Muttersprache reden konnte.

Die Zahl der Besuche nahm zu, was zu einer Entlastung des Besuchsdienstes führte. Zwei Zahnarztbehandlungen und psychosoziale Beratungsgespräche konnte die Gemeinde für ihren Gast organisieren.
Über die vielfältigen Begegnungen auch mit dem Pfarrteam und den Mitarbeiterinnen im Gemeindezentrum, denen sie zum Beispiel beim Gemeindefrühstück in der Küche half, sind auch Nähe und Bindungen entstanden und das Ende des Kirchenasyls im Mai war nicht nur für Samar nicht einfach. Sie wäre gerne hier geblieben. So hat sie bei ihrem Abschied gesagt, dass sie Brilon besuchen wird. "Wir freuen uns auf das Wiedersehen", sagt Rolf Plauth.

Wenn sie in ihr Herkunftsland abgeschoben wird, droht ihr nach wie vor dort der Tod. Deshalb haben wir dieses Kirchenasyl durchgeführt. Jetzt muss der Rechtsstaat über die Eröffnung eines Asylverfahrens in Deutschland entscheiden. "Bei allen, die die Kirchengemeinde Brilon ideell, praktisch und finanziell unterstützt haben, möchte ich mich im Namen unserer Kirchengemeinde und im Namen unseres Schützlings herzlich bedanken", sagt der ehrenamtliche Koordinator des abgeschlossenen Kirchenasyls. 


Einige Mitglieder des Unterstützerkreises

 
 
 
 
Auf Wiedersehen - Kirchenasyl erfolgreich beendet
 

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