26.02.2018

Mut-zur-Trauer-Tag in Auferstehungskirche


Arnsberg. Trauer ist ein Gefühlszustand, mit dem alle Menschen im Laufe ihres Lebens konfrontiert wird. Viele werden mit ihrer Trauer allein gelassen. Viele haben nicht mehr gelernt zu trauern. Viele können ihre Trauer nicht zulassen. Der Mut-zur-Trauer-Tag hat vielen interessierten Menschen Hilfestellungen geben können. Schon im Gottesdienst, mit dem dieser Tag eröffnet wurde, erschloss Pfarrerin Claudia Schäfer den Gottesdienstbesuchern Kraftquellen des Glaubens. Ein junger Gottesdienstbesucher: „Der Gottesdienst war gar nicht so traurig und depressiv, wie ich das bei diesem Thema vermutet hatte. Die Lieder waren lebendig, obwohl sie auch die Leiderfahrungen des Lebens spiegelten. Die Gedankenreise zur Wasserquelle fand ich interessant und zugleich neu, denn ich habe so etwas noch nie in einem Gottesdienst erlebt." Eine andere Gottesdienstbesucherin fragte nach der Predigt, die sie gerne einer trauernden Freundin mitnehmen wollte. In der Predigt war ein Bild von der Künstlerin Stefanie Bahlinger zur Jahreslosung in den Blick genommen worden: Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.  Leider waren schon alle ausliegenden Kopien der Predigt vergriffen.

Nach dem Gottesdienst trugen Sängerinnen aus dem Gerd-Schüttler-Chor Lieder vor, die Menschen in Trauer gut tun können. Anschließend stellte die Organisatorin des Mut-zur-Trauer-Tages Christina Schulte-Huermann, selbst ausgebildete Trauerbegleiterin, vor, welche Personen und Organisationen in der Kirche einen Stand aufgebaut hatten, um ihre Arbeit zu präsentieren und für Gespräche und Hilfestellungen offen zu sein. Sie betonte: „Trauer braucht Raum, Zeit und Akzeptanz, um einen Weg zu finden. Und es braucht eine Vielfalt von kreativen Ideen bis hin zu Musik und Erfahrungsberichten, um Menschen, die auf der Suche sind nach ihrem eigenen, persönlichen Trauerweg sind, Inspirationen und Denkanstöße geben zu können."

So erlebten die einen mit Martina Endroweit eine einfühlsame Klangmeditation , andere die Buchpräsentation von Elke Sohler, die durch das Schreiben ihre Gefühle in der Trauer um ihre Tochter verarbeitete, die durch einen Suizid aus dem Leben ging. Weitere Besucher und Besucherinnen kamen mit unterschiedlichen Menschen ins Gespräch, die eine große Tiefe hatten und beide Seiten sehr berührten. Sehr beeindruckend war, dass eine Frau über drei Stunden lang ihren eigenen Sarg bemalte. Sie tat das mit Freude und Zuversicht. Als das Werk vollbracht war, merkte man wie eine schwere Last von ihr abfiel. Auch andere bekundeten Interesse an der Gestaltung ihres eigenen Sarges. „Ich wusste gar nicht, dass so etwas möglich ist. Dabei ist das doch eine wunderbare Sache!" Viele Gespräche wurden auch im geöffneten Kirchcafé fortgesetzt. Die am Mut-zur-Trauer-Tag eingegangenen Spenden werden an das Projekt Sommerland der Diakonie-Ruhr-Hellweg weitergeleitet. Ev. KGM Ar. 

 


Bunte Stände - Fundorte für Anregungen zum Trauern

Bilder: Ev. KGM Ar

 
 
 
 
Mut-zur-Trauer-Tag in Auferstehungskirche
 

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