08.06.2017

„Schon 65 Jahre lang genießen wir Posaunenklang“- Gemeinde feiert Bläser - Jubiläum


Hüsten. Paul Eckert, Peter Vedder und Helmut Tandetzki sind auch nach 65 Jahren noch Mitglieder im Posaunenchor der Ev. Kirchengemeinde. Zweimal in der Woche treffen sie sich mit den anderen Bläserinnen und Bläsern, manchmal machen sie zwischendurch Pause, denn anstrengend ist es schon, aber das Posaunenspielen gehört unverzichtbar zu ihrem Leben. Die Hüstener Kirchengemeinde schätzt ihre Bläser und Bläserinnen. Drei Generationen sind heute Mitglied im Posaunenchor und bei den Jungbläsern. Den Chor leitet Kantor Martin Stegmann. Die Jungbläser bildet Beate Ullrich aus, selbst leidenschaftliche Bläserin und Vorsitzende des Presbyteriums. Am Pfingstsonntag feierten Bläser und Gemeinde zusammen mit geladenen Gästen dieses Jubiläum. Mitglieder der Chöre in Neheim und Oeventrop und Ulrich Dieckmann, Landesposaunenwart aus Hamm, waren dabei. Dieckmann hatte eine Woche zuvor noch in Berlin und Wittenberg auf dem Kirchentag in großen Gemeinschaften musiziert und ließ es sich nun nicht nehmen, in Hüsten beim Gottesdienst mitzumachen. Im Anschluss sprach er ein Grußwort: Er sei inzwischen 30 Jahre lang Posaunenwart in der Ev. Kirche von Westfalen. Beim 40. Jubiläum der Hüstener habe er seinen ersten offiziellen Auftritt in diesem Amt gehabt. Diesmal verlieh er den drei Senioren Ehrenmedaillen des Posaunenwerks. „Die Alten sind die, die eigentlich immer da sind“, sagte er und fragte die Festgemeinschaft: „Was wäre evangelische Kirche ohne Posaunenchöre? Im Kirchraum gehe es ja noch ohne – aber draußen?“ Die Bläser bräuchten nur ihre Instrumente und könnten ohne technischen Aufwand überall spielen.

Im Jubiläumsgottesdienst musizierten sie im Wechsel mit der Orgel. Martin Stegmann legte einige Kilometer zwischen Orgelempore und Altarraum zurück. Nicht nur dieser körperliche Einsatz demonstriert, wie gerne er mit dem Posaunenchor musiziert.

Erste Trompete spielt im Chor Pfarrer Rainhard Weiß. Er legte – auf Wunsch des Chores - in der Predigt das Lied „Du, meine Seele singe“ von Paul Gerhardt aus. Er erinnerte an die schwere Kindheit des Waisen Paul Gerhardt, wieviel Leid er als verwaister Vater und Witwer, in der Auseinandersetzung mit dem preußischen Kurfürsten und während des Dreißigjährigen Kriegs erlebt hat. Im Lieblingslied der Posaunen entdeckte Weiß als typisch für den Dichterpfarrer: „In allem Schönen entdeckte er immer wieder die Fürsorge Gottes, ohne die dunklen Wolken des Lebens zu verleugnen.“
Bei der anschließenden Festversammlung kamen auch ehemalige Bläser zu Wort, die sich gut an die Anfänge unter den Chorleitern Johannes Wege und Paul Eckert erinnerten und manche heitere Anekdote zum Besten gaben. Pfarrerin Ulrike Rüter sprach in Reimen: Sie lobte den Chor und würdigte seine Arbeit. Sie wünschte weiterhin eine gute Lippenspannung und endete: „Gott segne weiter euer Spiel. Es wird uns niemals, nie zu viel.“ KKB


Der Hüstener Posaunenchor bläst zum Jubiläum.

Mit tiefem Fundament

Der stolze Chorleiter Kantor Martin Stegmann

Chor und Chorleiter danken für den Beifall

Ulrich Dieckmann dirigiert die Festgemeinde

und ehrt die Gründungsmitglieder.

Zwei Chorleiter im Gespräch

 
 
 
 
„Schon 65 Jahre lang genießen wir Posaunenklang“- Gemeinde feiert Bläser - Jubiläum
 

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