25.10.2017

Mit Herz auf die Mitmenschen blicken - "Gottesdienst Anders" ermutigt zum Mitmachen


Meschede. Siehst du mich so, wie ich bin oder wie ich gesehen werden möchte? Diese Frage stellte der „Gottesdienst Anders“ im Oktober in der Christuskirche. Menschen, die gern rockige Musik in der Kirche hören, denen Theaterszenen und Videoeinspielungen gefallen und die sich auch auf Scherze einlassen, saßen in den Kirchenbänken, darunter viele Konfirmanden und einige Eltern.

Wie Menschen sich heute darstellen, zeigte ein selbstgemachtes Video: Profile auf What’s app verraten, wie wir gesehen werden möchten, oder zeigen Masken, mit denen wir uns schützen. Presbyter Jan Siewers, der zusammen mit Jugendmitarbeiterin Eva-Maria Neumann-Lochter den Gottesdienst moderierte, befragte die Gottesdienstbesucher: „Kennen Sie das, dass andere sie nicht so sehen, wie Sie das wollen? Und: “Habt ihr das schon mal erlebt, dass jemand ganz anders war, als ihr ihn eingeschätzt habt?“ Einige Antworten kamen. Nicht alle wollten reden. Aber deutlich wurde: Alle sahen ganz genau, was die Theatergruppe vorspielte: Am Bahnsteig ertönt die Ansage: "Der Zug fällt aus. Als Schienenersatzverkehr steht ein Bus vor dem Bahnhof". Alles rennt. Eine blinde Frau weiß nicht weiter. Geschäftsleute, Berufstätige, Männer und Frauen eilen an ihr vorbei. Nur eine Jugendliche mit dunkel gefärbten Lippen und schwarzer Lederjacke bleibt stehen und führt sie vom Bahnsteig zum Bus. Als die blinde Frau Platz nimmt und dankbar über die Hilfe redet, dreht sich der Busfahrer um und sagt: „Seien Sie froh, dass Sie das Mädchen nicht gesehen haben.“
Menschen sehen was vor Augen ist, packen andere in Vorurteilsschubladen und erwarten aufgrund des ersten Eindrucks Gutes oder Schlechtes von ihnen. Menschen übernehmen Rollen im Beruf und im Privatleben, sie schätzen sich gegenseitig ein, und erkennen sich jetzt nur, „wie in einem Spiegel“ gaben Pfarrerin Karin Neumann Arnoldi und Pfarrer Hans-Jürgen Bäumer in ihrer Predigt zu bedenken. "Gott sieht unser Herz, sieht uns mit liebevollem Blick an und macht uns Mut uns zu zeigen, wie wir sind, und anderen Chancen zu geben. Und es wird die Zeit kommen, da werden wir uns gegenseitig erkennen und von Gott erkannt werden".

Die Gemeindeglieder reagierten mit inhaltlichen Kommentaren, die die Impulse des Gottesdienstes weiterführten, und mit Fürbitten. Per SMS oder Papier-Twitter hatten sie sie Eva-Maria Neumann-Lochter und Presbyterin Iris Ackermann geschickt, die die Beiträge vor der Gemeinde lasen.
Deutlich wurde: Gemeindeglieder reagieren im Gottesdienst gerne auf das, was sie erleben. Manche allerdings lieber im Schutz der Anonymität als im direkten Gespräch.
Der "Gottesdienst Anders "findet ungefähr drei Mal im Jahr statt. Bemerkenswert ist, dass Jugendliche den Gottesdienst inhaltlich mit vorbereiten und gestalten. KKB


Video aus What's app-Profilen

Moderatorenteam am Stehtisch

Jugendliche liest eine Meditation

Die Kibiwo-Band

Hektik am Bahnsteig

 
 
 
 
Mit Herz auf die Mitmenschen blicken -  "Gottesdienst Anders" ermutigt zum Mitmachen
 

Kirchenkreis Arnsberg - Impressum