17.11.2017

Salam! …… Friede sei mit dir! - Kirchenasyl hat Ziel erreicht.


Meschede. "Wie geht es Ihnen?" Abdulla, Tahere, Muhadese (9 Jahre), Mujtaba (5 Jahre) und Mahsa (7 Monate) freuen sich, wenn Besuch kommt. Wenn sie Gastgeber sind und Kaffee, Tee und einen Platz anbieten können in ihrer Wohnung für vier Monate. Von Juli bis Oktober wohnte die afghanische Familie im Schutz des Kirchenasyls der Evangelischen Kirchengemeinde. Die Ausländerbehörden respektieren diesen Schutz in kirchlichen Räumen nach einer Vereinbarung zwischen Staat und Kirche. Die Kirche bittet mit der Aufnahme von Flüchtlingen in ein Kirchenasyl den Staat, eine angekündigte Abschiebung noch einmal zu prüfen.

In diesem Fall sollte die Familie nach dem Dubliner Abkommen nach Schweden abgeschoben werden, da sie dort einen ersten Asylantrag gestellt hatten. Es ist bekannt, dass Schweden auch Familien nach Afghanistan abschiebt. Dort hätte die Familie, die seit mehreren Generationen im Iran gelebt hat, kaum Chancen auf eine Zukunft. Nach Ablauf einer Frist, die im Kirchenasyl überbrückt wurde, kann  die Familie  nun zunächst in Deutschland weiter in Sicherheit leben und hier einen Antrag auf Asyl stellen. Vielleicht können die Kinder bald zur Schule gehen, auch die Eltern  können Deutsch lernen, den neuen christlichen Glauben kennen lernen und getauft werden.

Während der Zeit des Kirchenasyls wohnten Abdulla und Tahere mit ihren Kindern in einer von der Kirchengemeinde angemieteten Wohnung. Diese Wohnung konnten sie vier Monate nicht verlassen, nur hier galt der Schutz des Kirchenasyls. Gemeindeglieder und andere Unterstützer haben sie im Alltag begleitet. Sie besuchten sie, kauften ein, lernten und spielten mit ihnen.

 "Ein, zwei, drei vier, fünf sechs" – die Besucher sprechen kein Farsi. Für die Familie ist es schwer, Deutsch zu lernen. Beim Mensch-ärger-dich-nicht-Spiel kann man spielerisch einzelne Worte probieren.  Im Spiel kann man darüber lachen, wenn man rausgeschmissen wird und wieder ganz von vorn anfangen muss.

„Wie heißt du?“ -  „Ich heiße Muhadese“. Elke, Ulrike, Heidrun, Maria und Wilfried lernen geduldig und mit Spaß ein paar deutsche Worte und Sätze mit Muhadese, Mujtaba und ihren Eltern. Viele Hefte schreiben sie voll. Oft wird gelacht. Wir verständigen uns mit Händen und Füßen, mit Bildern, ein paar Brocken Farsi, Deutsch, Türkisch. Manchmal kommt Niloofar und übersetzt.

Am meisten lernt Mahsa, die Kleinste, in den vier Monaten: Sie kann ein Stück Brot kauen, sitzen, krabbeln, lachen und einige Laute bilden, Spaß mit ihren großen Geschwistern haben und allen Mut und Freude machen.

Linsen, Möhren, Apfelsinen, Kardamon, Tee, Shampoo… zweimal in der Woche kaufen die Unterstützer für die Familie ein. Tobias hat die Backofentür repariert. Tahere und Abdulla freuen sich, dass sie selbst Brot backen und kochen können.

Etwa 12 Ehrenamtliche haben mit Freude Zeit und Liebe geschenkt, haben eingekauft, gelernt und gespielt, die Wohnung eingerichtet und Dinge repariert, übersetzt, Sorgen und Freude geteilt. Diese Unterstützung war unbezahlbar. Danke!

Der Kirchengemeinde Meschede sind über 6000 Euro an Kosten entstanden, die der reguläre Haushalt nicht abdeckt für Wohnungsmiete, die Einrichtung mit Möbeln aus dem Sozialkaufhaus, für die Verpflegung und die Anwaltsrechnungen. Wer das Kirchenasyl finanziell unterstützen möchte, kann eine Spende überwiesen an: Ev. KG; Meschede, Kreiskirchenkasse Arnsberg KD-Bank,  IBAN: DE69 3506 0190 0000 2209 90. Danke! Salam!

Alle, die die Fünf aus Afghanistan ins Herz geschlossen haben, bitten um Frieden und eine behütete Zukunft für die Familie! KNA

BU:

1 und 2: So schreibt man „Salam“ und „Danke“ in Farsi
3: Die ganze Familie, gemalt von den älteren Kindern


So malt eins der Kinder seine ganze Familie.

 
 
 
 
Salam! …… Friede sei mit dir! - Kirchenasyl hat Ziel erreicht.
 

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