21.11.2017

Mein, Gott, das muss anders werden - Bochumer Professor hielt Kanzelrede


Wickede. Jedes Jahr zum Reformationsfest kommt ein Gast in die Christuskirche und spricht aus, was seiner Meinung anders werden müsse in der Kirche und in den Gemeinden. Zum Reformationsjubiläum kam Professor Bernd Besucher, Fachmann für praktische Theologie an der Ev. Fachhochschule Bochum. Er nutzte seine Position auf der Kanzel und sprach – manchem zu lang und zu verwirrend – gegen die Moralisierung des Evangeliums. Jesus und Luther seien bei den Menschen angekommen, weil sie den Nerv ihrer Zeit getroffen hätten. Sie reagierten auf die Grundfrage jedes Manchen: Meint es das Schicksal gut mit oder schlecht? Sie zeigten, was Menschen im Leben und Sterben trägt. Das Evangelium ist nach Besucher an seiner Schärfe zu erkennen. Sie bringt Menschen, die vom Glauben nicht beruhigt werden wollen, zur Erkenntnis: Leben heißt, glücklich sein, leben hießt traurig sein, leben heißt schuldig werden, obwohl an man Gutes tun möchte, leben heißt, Grenzerfahrungen zu machen und daran zu leiden –ein Christ traue sich, dieses zu erkennen: „Zum Leben gehören Glück ohne Verdienst und Verhängnis ohne Schuld.“ Am Kreuz zeige Christus, dass Gott für uns Menschen eine Schwäche hat, und nicht gute Taten als Revanche fordert, sondern das Vertrauen, mit Gottes Hilfe, in diesem Leben zu bestehen, ohne gute und böse Taten gegeneinander aufzurechnen, ohne zwanghaft Opfer und Täter definieren zu müssen. Davon befreie der Glaube an Christus.

Für manche waren die Worte des Professors in ihrer Fülle verwirrend. Alle hingegen waren begeistert von der Organsitin und Pianistin Valentina Wekesser, die mit jungen Leuten Musik machte: Jürgen Schur am Cello, Kai Grosser mit der Cachon, Inga Pets mit der Violine und die singende Carolin Wimmeler. Schwungvoll und leidenschaftlich setzten sie den Auftrag von Pfarrer Christian Klein um: Neue Melodien zu alten Luther-Liedern zu finden und damit Menschen von heute anzusprechen. So erlebte die Gemeinde „Ein feste Burg“ im freundlich bewegten  Dreivierteltakt, auch „Vom Himmel hoch“ und „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ traten im neuen musikalischen Gewand auf, das anregte, längst abgelegte Inhalte neu zu bedenke. Für die Älteren hatte Wekesser zu leichten Schunkel-Rhythmen und für die Jüngeren zu Rock- und Pop-Anklängen gegriffen. Der Gemeinde machte es großen Spaß, die alten Lieder mit neuen Melodien zu singen. Die Texte wurden an die Wand projiziert. Die neuen Melodien wurden von der Sängerin und den Instrumentalisten so beherzt vorgetragen, dass alle gerne mitsangen.
Eröffnet und beschlossen wurde der Gottesdienst von den Presbyterinnen U. Freund aus Wickede und A. Schulte Ense.  Beiden spürte man ab, dass sie gerne in der gemeindeübergreifenden Vorbereitungsgruppe zum Reformationsjubiläum mitgearbeitet hatten.  Die Freiheit, die Grenze zwischen den Kirchenkreisen Soest und Arnsberg zu überspringen, nehmen diese beiden Gemeinden sich seit einiger Zeit, um ihr Gemeindeleben verlässlich zu gestalten und geistreich zu erneuern. Nach dem Gottesdienst ließen Gottesdienstbesucher 150 bunte Gasballons mit Wünschen und Bitten in den Himmel steigen und feierten bei Schnittchen und Getränken das gelungene Programm zum Jubiläum der Reformation in Wickede und Ense. KKB


Volle Kirche am Reformationsfest

Der engagierte Professor auf der Kanzel

Das begeisternde Ensemble um Valentina Wekesser(l.): Jürgen Skura, Carolin Wimmeler, Inga Pets und Kai Grosser - Bilder: KKB

 
 
 
 
Mein, Gott, das muss anders werden - Bochumer Professor hielt Kanzelrede
 

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