21.11.2017

Gottes Gnade befreit zu gegenseitiger Gastfreundschaft. - Prozession verbindet Gottesdienst in evangelischer und katholischer Kirche.


Hüsten. „Hier kennen sich alle“, freut sich Pfarrerin Ulrike Rüter, als der Reformations-Festtag mit kräftigem Bläserklang und vollmundigem Gesang um 15.17 Uhr zum letzten Akt anhebt. Sie meint: Die Katholiken kennen die Protestanten und umgekehrt.  Martin Stegmann, Kantor der Evangelischen Gemeinde,  dirigiert trotz kühlen Windes seine Bläser und Bläserinnen beherzt. Allen auf dem Marktplatz vor dem Turm der katholischen St.-Petri-Kirche macht es hörbar Spaß, miteinander „Ein feste Burg ist unser Gott“ und weitere Lieder aus Luthers Feder zu singen.
Währenddessen kann, wer will, noch Wünsche, Fragen, Kritik und Anregungen für das kirchliche Leben an die „Hüstener Kirchentür“ schreiben. Von diesem Angebot machen Kinder, Jugendliche und Erwachsene reichlichen Gebrauch. Ihre „Thesen“ zeigen: Gemeinsam können wir besser in die Zukunft gehen.

In Hüsten wurde das schon vor dem, aber besonders während des Reformationsfests geübt. Der Gottesdienst begann in der vollen Kreuzkirche. In den Kirchenbänken saßen viele Katholiken mit ihrem Pfarrer Daniel Maiwurm. Der evangelische Pfarrer Reinhard Weiß predigte über Luthers Entdeckung, dass Gnade nichts ist, was wir kaufen können. Menschen können sie sich nur schenken lassen. Dieses Geschenk nahm man in Hüsten an und lebte es aus in gegenseitiger Gastfreundschaft:  Nach dem Fürbittengebet zogen 450 Menschen in einer langen Prozession singend den Mühlenberg hinunter, durch die Kleinbahn-und die Marktstraße bis zur St.-Petri-Kirche. Vorneweg trugen Jugendliche das lila-gelbe-Puzzle-Kreuz, das schon lange die ökumenische Verbundenheit vor Ort ausdrückt. In der katholischen Kirche standen im Mittelgang gedeckte Tische für das Agapemahl. Nicht alle fanden daran Platz daran. Mit soviel Beteiligung hatte niemand gerechnet. Doch die Menschen an den Tischen reichten Brot, Trauben, Wein und Saft in die Bankreihen weiter.
Voller Begeisterung ging es im katholischen Pfarrheim weiter mit Essen, Spiel, Spaß und Gesprächen. Die Hüstener hatten ihre Reformationsfeierlichkeiten unter die Frage gestellt: „Bruch oder Aufbruch?“ und haben am Reformationstag einen energievollen Aufbruch ins gemeinsame Christsein erlebt.  Auf dem Marktplatz machten die Bläser und die singende Gemeinde das um 15.17 Uhr öffentlich.  KKB

Bilder: Herbert Curdes und Kathrin Koppe-Bäumer Mehr aus Hüsten: hier


Der ökumenische Gottesdienst beginnt in der evangelischen Kreuzkirche

Der ökumenische Gottesdienst wird fortgesetzt in der katholischen St. -Petri- Kirche

Thesen an der Hüstener Kirchentür

Mit den Bläsern um 15.17 Uhr Luther singen

 
 
 
 
Gottes Gnade befreit zu gegenseitiger Gastfreundschaft. - Prozession verbindet Gottesdienst in evangelischer und katholischer Kirche.
 

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