25.10.2017

Gemeinde im Wandel - Strukturelle und personelle Veränderungen neben inhaltlicher Schwerpunktsetzung


Neheim. Die Kirchengemeinde Neheim blickt zurück auf ein erfülltes Jahr. Während der Jahrespressekonferenz fassten Pfarrer Dr. Udo Arnoldi, Alexander Still und Karl-Georg Wuschansky vom Presbyterium es so zusammen: „Wir sind eine Gemeinde im Wandel.“ Still: „In den letzten 10 Jahren ist die Zahl der Gemeindeglieder um 12% zurückgegangen. Da war es notwendig, unsere Strukturen anzupassen.“ Ursachen für den Rückgang der Gemeindeglieder seien, wie für das Sauerland typisch, der Wegzug vieler, Austritte  und die größere Zahl von Bestattungen als Taufen.
Die Neheimer haben darauf reagiert und sich personell und in ihren Räumlichkeiten neu aufgestellt: Nach dem Wechsel von Pfarrerin Elisabeth Pakull nach Hamm wurde eine halbe Pfarrstelle mit der Arnsberger Pfarrerin Gabriela Hirsch besetzt. Sie wird ihre Arbeit im Februar 2018 aufnehmen. Das im letzten Jahr eröffnete Gemeindehaus an der Christuskirche werde von der Gemeinde gut angenommen, Gottesdienste und Konzerte mit anschließender Begegnung finden hier statt, unter anderem der Jahresempfang der Stadt Neheim im Januar. Familien und Vereine nutzen das Haus für Sitzungen und Feiern. „Wir sind ausgebucht“, stellte Still fest. Als nächstes müsse das Presbyterium klären, was aus der Pauluskirche wird. Arnoldi ist sich sicher: “In 5-10 Jahren wird es in Neheim nur noch eine ganze Pfarrstelle geben. Darauf müssen wir uns einstellen.“ In einer Gemeindeversammlung am 12. November wird das Presbyterium von seinen Überlegungen dazu berichten und auf Vorschläge und Ideen der Gemeindeglieder hören.

Inhaltliche Schwerpunkte will die Gemeinde in der Jugend-und Seniorenarbeit setzen. Sie will eine Gemeindeschwester einstellen, die nach einer Ausbildung im Wittener Diakoniewerk Ruhr, in der Lage sein wird, qualifiziert Netzwerke innerhalb der Gemeinde aufzubauen. Im aktuellen Gemeindebrief ist das Stellenangebot veröffentlicht.
Dr.Arnoldi freut sich, dass zahlreiche Jugendliche, die im Mai konfirmiert wurden, bereit sind, in der Konfirmanden-und Jugendarbeit mitzuwirken. Sie brauchen eine inhaltliche Ausbildung. Dafür wurde der Jugendreferent Karlheinz Krause engagiert. Arnoldi ist dankbar für kritische Rückmeldungen der Jugendlichen. Das sei für ihn als Pfarrer entlastend und bereichernd. Insgesamt möchte die Gemeindeleitung den Jugendlichen zeigen, „…dass sie sich in der Gemeinde einbringen und eine gute Gemeinschaft erleben können.“

Im Rückblick auf das Reformationsjubiläum berichten Dr. Arnoldi, Still und Wuschansky begeistert von der Kanzelrede der damaligen Regierungspräsidentin Diana Ewert im März über Bildung bei Kindern und der anschließenden Diskussion über Luthers Überlegungen durch Politiker, Pädagogen und Gemeindemitglieder im Gemeindehaus Christuskirche.

Ökumene wird in Neheim, wie in anderen Sauerländer Gemeinden, sehr groß geschrieben, sind doch 700 von 4400 Gemeindegliedern mit katholischen Partnern verheiratet.  Dr. Arnoldi: „Wenn ich Gemeindeglieder besuche, höre ich häufig von Wunden, die die konfessionelle Spaltung früher verursacht haben.“ Da habe sich viel verbessert. Trotzdem: Viele wünschen sich, dass die Kirchenleitungen ihnen den gemeinsamen Besuch bei  Abendmahl und Eucharistiefeier ermöglichen. Der Ökumene-Ausschuss vor Ort hat Resümee  gezogen und eine ganze Din-A-4 Seite mit ökumenischen Aktivitäten  zwischen katholischer und evangelischer Seite in Neheim gefüllt.


Der überdachte Durchgang verbindet die Kirche mit dem modernen Gemeindehaus und bildet so eine Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart. Bilder: KKB

 
 
 
 
Gemeinde im Wandel - Strukturelle und personelle Veränderungen neben inhaltlicher Schwerpunktsetzung
 

Kirchenkreis Arnsberg - Impressum