22.07.2013

Mit Gott leben und von Gott reden

Superintendent Alfred Hammer ordiniert Pfarrerin Miriam Seidel.


„Ich sing dir mein Lied, du Freundin des Lebens“, die Olsberger Musikgruppe „For You“ – geleitet von Doro Dinkel- stimmt das südamerikanische Kirchenlied an – und die Gemeinde, die Miriam Seidels Ordination am 2. Julisonntag in der Martin-Luther-Kirche in Olsberg  feiert, singt kräftig mit. Superintendent Alfred Hammer freut sich sichtbar: „Denn ganz selten beauftragen wir heute junge Frauen und Männer dazu, dass sie das Evangelium öffentlich verkündigen und Abendmahl und Taufe spenden.“ So fragt er in seiner Ansprache auch: „Was bringt eine junge Frau heute dazu, Pfarrerin zu werden?“ Miriam Seidel hat ihn mit ihrer Antwort überzeugt: „Es gibt eine große Kraft, die einen ermutigt, mit Gott für Menschen zu leben und von Gott zu reden.“ Darum ist Miriam Seidel Pfarrerin. Darum gibt es viele, die sie schätzen: die Jugendlichen in ihrer Konfirmandengruppe und deren Eltern, die Gottesdienstgemeinde, aber auch die Handballfrauen und die Freiwillige Feuerwehr, zu der sie als Feuerwehrfrau gehört. Besonders am Herzen liegt ihr die Notfallseelsorge, „denn wer braucht mehr Unterstützung von uns als Menschen, die zu Hause und auf der Straße in Not geraten?“

Predigt mit Überraschung
Die beiden Pfarrer der Auferstehungskirchengemeinde Olsberg-Bestwig, Bodo Meier und Burkhard Krieger, stehen Superintendent Alfred Hammer zur Seite, segnen ihre Kollegin, eröffnen den Gottesdienst und leiten das Abendmahl. Mitglieder des Presbyteriums, Pfarrer und Pfarrerinnen und ihr Bruder stärken „Miri“ mit Segensworten. Die frisch beauftragte Pfarrerin überrascht Hörer und Hörerinnen mit ihrer Predigt, indem sie die bekannte Bibelerzählung von der Speisung der 5000 zunächst vorliest, dann aber plötzlich deutet: „Die 12 Körbe, die übrigbleiben, da sind fröhliche Gedanken drin, Dankbarkeit, Momente der Zufriedenheit und des Ganzseins, Augenblicke, in denen Menschen nur da sein und nichts darstellen müssen.“ „Mir gefiel am besten die kleine Hoffnung“, erzählt eine ältere Dame anschließend: “Die kleine Hoffnung, die aus dem Korb herausspringt und zu allen Menschen vordringt.“

Zur Zeit: Lebensmittelpunkt im Sauerland Miriam Seidel verkörpert am Tag ihrer Ordination diese Hoffnung. Freundlich, bestimmt und zugewandt spricht sie zu allen, stellt sich nach dem Gottesdienst an den Stehtisch zur Feuerwehr. „Ich habe hier im Sauerland meine Lebensmittelpunkte“, sagt sie, „aber ich werde mich sicher auch auf andere Stellen bewerben“. In der Auferstehungsgemeinde, damals noch Kirchengemeinde Olsberg, war Miriam Seidel von 2010 bis 2012 Vikarin. Seit 1. Oktober 2013 ist sie hier Pfarrerin im Entsendungsdienst. Ab Oktober 2014 kann sie auf einer festen Pfarrstelle arbeiten. Bis dahin können die Evangelischen in Siedlungshausen und Olsberg, Bestwig und Ramsbeck noch oft mit Pfarrerin Miriam Seidel Gottesdienste feiern, seelsorgerliche Gespräche führen und Aktionen in der großen Gemeinde gestalten.

Bilder und Text: KKB


Die beauftragte Pfarrerin Miriam Seidel im Kreis von Kollegen und Kolleginnen, Gemeinde, Freunden und Familie. Vorne v.l.n.r.: Alfred Hammer, Burkhard Krieger, Miriam Seidel und Bodo Meier

 
 
 
 
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