01.12.2015

Projektchor führte großes Mozartkonzert in Marsberger Propsteikirche auf


Der Kammerchor Marsberg und der evangelische Kirchenchor hatten die Solisten Leonore von Falkenhausen, Ascelia Klee, Hans-Ulrich Henning und Florian Prey sowie das Prager Sinfonieorchester Bohemia zu einem Kirchenkonzert eingeladen. Zuvor führte der Dirigent Torsten Seidemann die Chöre und Gastsänger als Projektchor zusammen. Am vergangenen Sonntag fand dann in der Propsteikirche St. Magnus in Marsberg das großes Mozart-Konzert statt.

Eröffnet wurde das Konzert mit einer Passionskantate, die Wolfgang Amadeus Mozart 1767 in Wien komponierte. Der Bass Florian Prey und die Sopranistin Leonore von Falkenhausen stimmten die um die 200 Zuhörer auf das Gefühl des Christkönigssonntags oder auch Ewigkeitssonntags ein. Diese sogenannte Grabmusik färbte das Herz zunächst düster und schloss gelungen das Kirchenjahr bedächtig ab. Im Schlusspart der Kantate zeigte der Chor erstmalig sein volles Volumen, das die Neugierde auf das weitere Konzert weckte.

Mit der Motette „Exultate, jubilate“ wendete getragen vom Orchester die Sopranistin die düstere Stimmung in eine sonnige um. Inspiriert auf einer Italienreise 1772 textete Mozart: „Überall regierte die dunkle Nacht, erhebt euch endlich voll Freude, die ihr euch bis jetzt gefürchtet habt,...“ Dieses kleine Werk endete mit der Arie im fröhlichen Alleluja und leitete über zur Sinfonie Nr. 41 C-Dur, der sogenannten „Jupiter-Sinfonie“. Mozart schrieb dieses Werk 1788 in kürzester Zeit in Wien. Es gehört zu den größten und geistigsten Sinfonien. Er befand sich zu dieser Zeit bereits in zerrütteten und verarmten Verhältnissen, welcher Zustand zur Aussage seiner Musik im starken Kontrast stand. Das Orchester hob im Allegro vivace an, ließ den Zuhörer im Andante cantabile und Menuetto mitfühlend leiden, bevor sich im Finale Molto Allegro leuchtende Weiten auftaten, die man schwebend aber getragen betreten konnte.

Mit der Missa C-Dur erreichte das Konzert seinen Höhepunkt. Torsten Seidemann verstand es jedem Instrument und jedem Chormitglied sowie den Solisten alles für diese grandiose Messe von Mozart abzuverlangen. Er koordinierte alle Passagen zu eine Einheit und ließ im Gloria schwingende Wellen mit den Stimmen des Chores entstehen. Der Bass Florian Prey und die Altstimme Ascelina Klee unterstützten den Sopran und Tenor. Die Einsätze und Wechsel von Chor, Orchester und Quartett waren ebenso perfekt gelungen wie das Halten der  ausgedehnten Passagen im Ton. Im finalem Part Agnus Dei ließ der Dirigent Seidemann für die Sänger die Zügel los und das gesamte Kirchenschiff wurde durch das so entstandene, opulente Klangvolumen in eine derart geistige Sphäre versetzt, als schwebte die träge Wirklichkeit in einen leichten Raum zur Transzendenz. Mit Recht wurde dieses Werk auch später die „Krönungsmesse“ genannt. Dem Zuhörer wurde durch dieses Konzert in dieser Form ein einzigartiges Musikerlebnis durch den Chor, dem Orchester und den Solisten und nicht zuletzt vom Dirigenten Torsten Seidemann geboten. Die Zuhörer dankten den Akthören mit einem langen Applaus und wünschten sich, dass im nächsten Jahr wieder ein großes Werk zur Aufführung der beiden Chöre kommt.

Die Chöre bedankten sich bei allen Beteiligten, die rundherum beim Bewirten geholfen hatten, beim Sinfonieorchester Prag, bei den Solisten und bei den geldgebenden Stellen, Kulturring Marsberg, Stiftung Evangelisch in Marsberg, Stiftung Ziegler, Brauerei Westheim, Sparkasse Paderborn-Detmold, Volksbank Marsberg und nicht zuletzt bei der Marienapotheke und Diemeltalapotheke Marsberg für die Unterstützung.

Peter Engels


Bild: Engels

 
 
 
 
Projektchor führte großes Mozartkonzert in Marsberger Propsteikirche auf
 

Kirchenkreis Arnsberg - Impressum