10.10.2015

Herausforderung angenommen - Fachgespräch über die Flüchtlingssituation in Meschede mit MDL Monika Düker


Die Meschede Grünen veranstalteten Anfang Oktober eine Podiumsdiskussion zur Frage „Flüchtlinge, eine Herausforderung oder eine Chance?“. Gleichzeitig wurde die Plakatausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ eröffnet. Pfr. i.R. Hartmut Köllner forderte in der Begrüßung auf zum „gesellschaftlichen Schulterschluss angesichts der gewaltigen Herausforderung durch die großen Flüchtlingsströme.“ Mechthild Thoridt, Mescheder Grüne, leitete gewissenhaft das Gespräch mit MDL Monika Düker, Sprecherin der NRW-Grünen für Flüchtlingspolitik, den beiden Asylbewerbern Filip Ristic aus Serbien und Abbas Daeichen aus dem Iran, dem Malteser Marius Meyer, der die Notunterkunft in Haus Dortmund leitet, dem katholischen Ortspfarrer Reinhold Schlappa und Nicole Ackermann vom Sozialamt Meschede, die die Flüchtlingsarbeit koordiniert.

Bund-Länder-Kompromiss begrüßt
Monika Düker begrüßt den Asylkompromiss zwischen dem Bund und den Ländern, da er  die Kommunen durch die Pro-Kopf-Pauschalen finanziell entlaste, Integrationskurse für alle Flüchtlinge und einen  Einwanderungskorridor für Menschen aus als sicher definierten Herkunftsländern eröffne, wenn sie eine Arbeitsstelle nachweisen können.

Gute Unterkünfte in Meschede
50 Personen waren gekommen, viele davon begleiten  haupt- oder ehrenamtlich Flüchtlinge. Monika Düker lobte Meschede und die Malteser wegen der hohen Qualität der Unterkünfte. Marius Meyer wird demnächst  die Leitung eines anderen Hauses übernehmen. "Eine sehr qualifizierte Frau wird meine Nachfolgerin in Haus Dortmund.“
Filip Recip, dessen Familie zum zweiten Mai Asyl beantragt, macht die Ausbildung  zum Krankenpfleger und hofft sehr, dass er Asyl gewährt bekommt. Im Kosovo werde die Roma-Familie diskriminiert und fände keine Arbeit. Wie Recip stellte auch der Iraner Daeichen sich auf Deutsch vor. Obwohl er erst seit 11 Monaten in Meschede ist, kann er sich gut verständigen. Zum Sprachkurs musste er mit dem Fahrrad nach Bigge fahren.

Meschede braucht mehr Sprachkurse.
Neben der Volkshochschule können auch andere Träger Integrationskurse anbieten, erklärte Düker. "Die Sprachlehrer und -lehrerinnen müssen aber so bezahlt werden, dass sie davon leben können“, forderte  eine Frau aus dem Publikum. Andere wünschen sich weniger Bürokratie, wenn  Flüchtlingen ein Betriebspraktikum angeboten wird. Düker versprach, sich dafür eizusetzen. Auch Nicole Ackermann, die zusammen mit der Flüchtlingsberatung der Diakonie Ruhr-Hellweg e.V. Ehrenamtlche fortbildet, würde Erleichterungen in der Praktikumsfrage begrüßen.
Die Meschede Bevölkerung hat sich eingelassen auf die Herausforderungen, vor die die hohe Zahl der Flüchtlinge die Stadt stellt. Zum Beispiel Pfarrer Reinhold Schlappa. Bei ihm wohnt eine dreiköpfige albanische Familie. Sie suchen sich jetzt eine eigene Wohnung und hoffen auf Arbeit. „Wenn sie ausziehen, können andere bei mir einziehen“, versprach er und erntete Applaus.

Plakatausstellung „Asyl ist Menschenrecht“
4.Oktober - 4. November
Gemeinsames Kirchenzentrum Meschede Kastanienweg 6,
Di-Sa 14-18.00 Uhr

Text und Bilder: KKB


Das interessierte und engagierte Publikum

Das Podium

 
 
 
 
Herausforderung angenommen - Fachgespräch über die Flüchtlingssituation in Meschede mit MDL Monika Düker
 

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