07.10.2015

Schreiben, wie das Leben wirklich ist - Angelika Klüssendorf liest in der Ev. Stadtkirche Brilon


Vor einem kleinen  aufmerksamen Publikum las am Abend vor dem 25. Tag der deutschen Einheit nach dem Fall der Berliner Mauer die ost-westdeutsche Autorin Angelika Klüssendorf aus ihrem bewegenden Roman "April“  in der Ev. Stadtkirche. Brilon Kultour und Pfarrer Werner Milstein hatten sie eingeladen. Milstein begrüßte die Autorin, deren Werk 2014  auf der Short Licht für den deutschen Buchpreis stand.
Gut vorstellbar war diese Anerkennung für das Publikum, schafft Angelika Klüssendorf es doch, mit wenigen Worten Bilder zu malen vom Leben, wie es wirklich ist. April ist zu Beginn des Buches 17 Jahre alt. Zu alt, um weiter in Kinderheimen zu leben. Deshalb wird sie in die unwirtliche Wohnung von Fräulein Jungnickel eingewiesen. Beide passen nicht zueinander: die auf penibelste Sauberkeit bedachte ältere Frau und nie Jugendliche, die in prekären Umständen aufwuchs, sich selbst als ihre eigene Mutter und ihren eigener Vater bezeichnet, aber der Prägung durch die trinkenden und schlagenden, nur an sich selbst denkende Eltern nicht entkommen kann.
Autobiographische Anteile hat das Buch, gestand die Autorin ein, trotzdem wisse sie zu Beginn eines Schreibabenteuers nicht, wie sich ihre Personen entwickeln und wie das Buch endet. April und das vorangehende Buch "Das Mädchen“ sind die beiden Bücher, in denen sie zu einem Schreibstil gefunden hat, der sie froh macht. Sie will Worte finden für das, was in ihr ist, und das kostet Arbeit, manchmal feile sie sieben Stunde an einer Buchseite.

Die Briloner waren von ihr beeindruckt, kauften ihr Buch, ließen es signieren und sind gespannt auf die dritte Folge der Trilogie über das Mädchen, das sich selbst den Namen April gegeben hat.  


v.L. Angelika Klüssendorf, Rainer Müller, Werner Milstein und Publikum - Bilder: KKB

 
 
 
 
Schreiben, wie das Leben wirklich ist - Angelika Klüssendorf liest in der Ev. Stadtkirche Brilon
 

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