01.10.2015

Junge und Alte heißen Flüchtlinge willkommen -Zusammenarbeit wird in Medebach groß geschrieben.


Im 8000 Einwohner starken Medebach leben zur zeit 120 Flüchtlinge. 30 weitere werden bis zum Jahresende noch erwartet. In der Bevölkerung löst diese hohe Zahl Betroffenheit aus. "Wir wollen zusammen etwas tun, damit die Menschen hier gut ankommen, Zuflucht und ein wenig Frieden finden können. Ein Sprachkurs für maximal 20 Personen ist einfach zu wenig", findet Pfarrer Uwe J. Steinmann. „Seit 2012 bietet die Kirchengemeindeeinen Sprachkurs an. Unterstützt werden wir durch die Evangelische Erwachsenenbildung und die Sparkasse, die zwei Jahre lang kostenfrei Räumlichkeiten zur Verfügung stellte. Auch das Sozialamt, der Stadtrat und der Bürgermeister haben uns geholfen. Bei der hohen Zahl an Asylbegehrenden erreichen wir damit aber längst nicht alle, die Unterstützung beim Einleben brauchen."

Am 22. April  rief der Pfarrer einen Runden Tisch zusammen, um die – über den reinen Sprachkurs hinausgehende -  Flüchtlingsarbeit mit der Stadt und dem Sozialamt, der katholischen Kirchengemeinde und dem Bürgerhilfeverein zu koordinieren. Inzwischen sind das Kolpingwerk und die katholische Frauengemeinschaft dem Runden Tisch beigetreten, der nach Bedarf im Rathaus tagt. Die katholische Kirche hat Räume, Lehrkräfte und Gelder zur Verfügung gestellt, um den Deutschkurs aufzustocken, so dass jeder Asylbewerber, jede Asylbewerberin einen Sprachkurs besuchen kann.

In der Ev. Kirchengemeinde hat sich ergänzend die „Arbeitsgruppe Flüchtling & Asyl“ (AgFA) gegründet. Ihr Ziel ist es, umfassend zu informieren, Ängste und Fragen zu formulieren und daraus ehrenamtliche Aktionen zu entwickeln. Zum Gründungstreffen kamen spontan 30 Interessierte aus allen Teilen der Bevölkerung. Der Sportverein, die Ü60 Seniorengruppe, Lehrkräfte der Deutschkurse und das Kolpingwerk sind vertreten. Das Gemeindefest anlässlich des 175. Jubiläums der evangelischen Kirche Ende August erbrachte einen Reinerlös aus Spenden und Kollekten von 1000 Euro, die der Flüchtlingsarbeit der Gemeinde zugeschrieben wurden. „Das gute Beispiel machte Schule“, erzählt Uwe Steinmann erfreut: „Sechs Mädchen aus dem Geschwister-Scholl-Gymnasium Medebach veranstalteten spontan einen Basar im Ortsteil Oberschledorn und nahmen 600 Euro für die Flüchtlinge ein, die sie unter großem Applaus der Erwachsenen auf dem letzten AgFA Abend großzügig dem Spendenkonto der Flüchtlingsarbeit überreichten.“  Die Grundschule Oberschledorn führte eine ähnliche Aktion durch. Die Grundschule Medebach will folgen. Im Advent soll dann mit Schulleitung und ev. Kirchengemeinde eine besondere Aktion für die Flüchtlingskinder durchgeführt werden.

Medebach ist also ein Ort, der den Slogan "Refugees welcome" in Taten umsetzt. Bei der großen Fülle an Hilfsbereitschaft und Aktionen wird es vorrangiges Ziel sein, zwischen Rundem Tisch und AgFA eine sinnvolle Vernetzung und gegenseitige Ergänzung aller Beteiligten zu gestalten. Es soll dabei eine Begegnungskultur entstehen. Dabei soll die  durchgängig positive Einstellung der Bevölkerung gepflegt werden und die Zuflucht Suchenden sollen spüren: Sie sind Willkommen und gehören in die Stadt.

KKB


Runder Tisch im Medebacher Rathaus

Spendenübergabe am AgFA Abend Bilder: KGM Medebach

 
 
 
 
Junge und Alte heißen Flüchtlinge willkommen -Zusammenarbeit wird in Medebach groß geschrieben.
 

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