09.07.2015

Ängsten, Sorgen und Hoffnungen Farbe und Form geben - Ausstellung mit Bildern von Flüchtlingen im Arnsberger Rathaus eröffnet


Neheim. Die Ergebnisse eines kulturübergreifenden Malkurses wurden am 15. Juli im Rathaus der Stadt Arnsberg einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Traumatisierende Erinnerungen, Hoffnungen, Visionen haben Männern und Frauen aus Afghanistan, China, Eritrea, Ghana, Nigeria, Syrien, dem Iran und dem Irak als Kohle-und Tuschezeichnungen, als Öl-, Aquarell-und Mosaikbilder im Rahmen eines Malkurses  für Flüchtlinge erstellt. Die Idee dazu hatte der Hüstener Künstler Ulrich Steinwender. Er nahm Kontakt auf zur Malerin Elke Frommhold aus Sundern und Pfarrerin Ulrike Rüter von der Ev. Kirchengemeinde Hüsten. Das Presbyterium stellte den Saal in der Unterkirche als Atelier zur Verfügung, Steinwender und Frommhold gingen mit ihrer Idee auf Reisen zum Internationalen Arbeitskreis und zur Ökumenischen Flüchtlingshilfe in der Stadt Arnsberg. Gabriele Schütelhöfer und Johanna Vollmer, beide langjährig in der Flüchtlingshilfe ehrenamtlich unterwegs, das Kulturamt und das Büro für Integration und Zuwanderung der Start Arnsberg und das Netzwerk Willkommenskultur in Sundern arbeiteten konstruktiv zusammen und schufen so eine Möglichkeit für traumatisierte und heimatlose Flüchtlinge, ihre Ängste und Sorgen  sowie ihre Hoffnungen und Visionen auf vielfältige Weise auszudrücken.
Eugenia Cheikho (38) hat einen großen Baum gemalt mit einem Frauengesicht, eine grüne Schlange kriecht den Baum hoch. Sie habe etwas Gefährliches mit der Schlange ausdrücken wollen, sagt Cheikho und ihre Tochter hilft beim Erklären. Auffällig sind die großen blauen Augen, die von der rechten Bildhafte aus das betrachten, was links passiert. Sie sind emotionslose Zeugen. Cheikho und ihre beiden Töchter (13 und 7 Jahre alt) sind seit sieben Monaten in Neheim, haben bis jetzt in einer Unterkunft gewohnt und freuen sich, demnächst eine Wohnung mieten zu können. Ihr Ehemann und Vater, der in einer mittelgroßen syrischen Stadt Zahnarzt war, kommt – so hoffen die drei – im August nachch. Die Mädchen erzählen von Bombeneinschlägen auf ihrem Balkon. Vier Jahre haben sie in Syrien Krieg erlebt. ihre Angst war so groß, dass sie ihr Heimatland verlassen haben.
Eugenia Cheikho freut sich sichtlich, dass Menschen Interesse an ihrem Bild und ihrer Geschichte haben. Sie und ihre Töchter lernen erfolgreich deutsch und wollen sich gerne in Neheim integrieren.
Einen Schritt auf dem Weg dahin ist dieser Malkurs. Ewald Hille, stellvertretender Bürgermeister Arnsbergs, ist davon überzeugt. Er begrüßte die künstlerisch Aktiven und die Gäste auf englisch und deutsch und wertete die Veranstaltung als Zeichen gelebter Willkommenskultur. KathrinUeberholz vom Kulturbüro Arnsberg ordnete die Werke der Ausstellung in den Internationalen Kunstsommer ein. „Jedes Bild spiegelt die Nationalität der Künstler wieder. Die unterschiedlichen Formen und Farben bringen Facetten der Welt nach Arnsberg und demnächst nach Sundern.“

Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Arnsberg Rathauses bis zum 7. August zu besichtigen.
Vom  14.-29. August wird sie in der VHS Sundern gezeigt. Eröffnung: 13. August um 18.00 Uhr.


Facetten fremder Länder im Arnsberger Rathaus

Die anwesenden Künstlerinnen und Künstler

v.l. Kathrin Ueberholz, Elke Frommhold, Sonja Essers (Integrationsbüro) und Ulrich Steinwender

Familie Cheikho aus Syrien vor dem Bild von Eugenia Cheikho

Internationales Kunstgespräch

Lichtdurchflutete Ausstellungshalle

 
 
 
 
Ängsten, Sorgen und Hoffnungen Farbe und Form geben - Ausstellung mit Bildern von Flüchtlingen im Arnsberger Rathaus eröffnet
 

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