20.06.2015

Gemeindehaus - Neubau in Neheim wird fortgesetzt


Das Presbyterium der Ev. Kirchengemeinde Neheim hat sich – nach Rechtsberatung  - einstimmig dafür ausgesprochen, die Bauarbeiten am Gemeindehaus neben der Christuskirche in der Burgstraße fortzusetzen. Die Eilanträge gegen die von der Stadt erteilte Baugenehmigung hat das Verwaltungsgericht Arnsberg am 29. Mai zurückgewiesen.

Auf  19 Seiten hat es  dargelegt, warum es die Eilanträge ablehnt. Unter anderem führt es folgende Gründe an:

1.       Die Kirchengemeinde nutzt das kircheneigene Grundstück standortgerecht, wenn sie darauf ein Gemeindehaus baut.

2.       Der Bau verletzt nicht den Gebietserhaltungsanspruch der Nachbarn.

3.       Die Gemeinde nimmt genügend Rücksicht gegenüber den Nachbarn im Hinblick auf Bebauungstiefe, Geschossflächenzahl und befürchtete Geräuschemissionen.

4.       Was den Denkmalschutz angeht, hat ein Nachbar keinen Anspruch, dass ein Neubau anderer sich nach seinen subjektiv-ästhetischen Grundsätzen richtet.

5.       Er kann sich nur gegen einen benachbarten Neubau wenden, wenn dadurch eine Denkmaleigenschaft des eigenen Gebäudes beeinträchtigt würde. Das ist nicht der Fall.

Das  Presbyterium ist froh über diese Entscheidung. Seine Mitglieder sehen sich in ihrer Einschätzung der Lage durch das Verwaltungsgericht Arnsberg bestätigt und freuen sich, dass nunmehr auch gerichtlich bestätigt die Weichen für den Neubau des dringlich benötigten Gemeindehauses gestellt sind.

Die Baupläne sind in der Christuskirche ausgehängt und dort zu den Öffnungszeiten jedermann zugänglich: freitags und sonntags von 15-17 Uhr, samstags von 10-12 Uhr.

Wegen der Bauunterbrechung wird das neue Gemeindehaus nicht zum Jahreswechsel fertig ge-stellt sein. Die katholische Gemeinde hat den evangelischen Gruppen angeboten, sich  über-gangsweise in ihren Gemeinderäumen zu versammeln. Die Gruppen wollen aber ihre Treffen in die Pauluskirche verlegen. Die GruppenleiterInnen verabredeten das, als sie sich am Mittwoch trafen und den Aus- und Umzug vorbereiteten.
Eine Abschiedsfeier vom alten Gemeindehaus soll am 25. Oktober ab 15 Uhr stattfinden. Das Presbyterium und die Gruppenleitungen bereiten sie zusammen vor.

Auf der Gemeindeversammlung am 14. Juni kam es – wie von der Presse berichtet – zu turbulenten Auseinandersetzungen. Die  Mitglieder des Presbyteriums sind darüber bestürzt. Sie se-hen, dass rund 150 der 4.464 Gemeindeglieder die Baumaßnahmen nicht akzeptieren. Einzelne  Gemeindeglieder äußern ihre Wut und ihre Trauer. Dafür hat das Presbyterium  Verständnis. Es akzeptiert jedoch nicht, dass Gegner seiner verantwortungsbewussten Entscheidung auf einer Gemeindeversammlung Mitglieder des Presbyteriums persönlich beleidigen, vom Lesepult wegdrängen und sich den Aufforderungen des Verhandlungsleiters widersetzen.

Das Presbyterium hat sich in seiner Entscheidung an Kriterien orientiert, die die Ev. Kirche von Westfalen und der Ev. Kirchenkreis Arnsberg erarbeitet haben und die auch andere Kirchen-gemeinden mit ähnlichen Gebäudeproblemen anwenden. Auf der Gemeindeversammlung zeigte sich,  dass die Gründe, die das Presbyterium für den Bau eines neuen Hauses und für die Aufgabe des alten geführt haben, nicht allen klar sind. Deshalb seien sie an dieser Stelle wiederholt:

1.        Seit der Visitation 2008 steht fest, dass die Kirchengemeinde Neheim im Hinblick auf ihre Gebäude strukturelle Einsparungen erbringen muss. Spendenmaßnahmen für das alte Ge-meindehaus, die über 10 Jahre hin die Bewirtschaftungskosten tragen, bewirken keine strukturelle Ersparnis. 

2.       Ein neues Gemeindehaus, das in sichtbarere Nähe der Kirche steht, bietet mehrere Vorteile:

- Es ist barrierefrei, energieeffizient, umweltfreundlich und sparsam in den Betriebskosten.

- Es kann unmittelbar vor oder nach einer Veranstaltung in der Kirche genutzt werden, z. B. bei Hochzeiten, Kindergottesdienst, Konzerten, Vorträgen.

- Bei einer Großveranstaltung (z. B. Gemeindefest, Nacht der offenen Kirche) können sowohl die Räume der Kirche als auch die des Gemeindehauses genutzt werden.

- Das Zentrum der Gemeinde, die Christuskirche, wird durch ein modernes, unmittelbar be-nachbartes Gemeindehaus gestärkt.

3.       Das neue, kompaktere Gemeindehaus erbringt jetzt schon Einsparungen, weil auf bestimmte Rückstellungen im Haushalt für das alte verzichtet werden kann.  Der Finanzbericht, der auf der Gemeindeversammlung gegeben wurde, ist hier veröffentlicht.


Bilder: Ted Jones

 
 
 
 
Gemeindehaus - Neubau in Neheim wird fortgesetzt
 

Kirchenkreis Arnsberg - Impressum