18.06.2015

Einfach leben - Bezirksverband der Frauenhilfe zu Gast im Kloster Bestwig


Der Vorstand der Ev. Frauenhilfe – Bezirksverband Arnsberg hielt im Mai seine Leiterinnen-Frühjahrskonferenz im Bestwiger  Bergkloster  ab. 32 Teilnehmerinnen, unter ihnen auch die neue kreiskirchliche Synodalbeauftragte Pfarrerin Karin Neumann-Arnoldi, nahmen einen Tag lang am Klosterleben teil. Durch den Tag geführt wurden sie von  Schwester Gratia Feldmann. Sie forderte die Frauen auf, für einen Tag einen inneren Raum der Ruhe und Besinnung zu schaffen und zuzulassen.  Sr. Gratia gehört zum Orden der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel (SMMP), arbeitet als Referentin für Theologisch-spirituelle Fort- und Weiterbildung  und engagiert sich dabei vor allem in der Frauenbildung.

Die „spirituelle Klosterführung" begann an der Klosterpforte. Über eine großzügige Treppe mit einladender Empore kamen die Besucherinnen in einen schmucken, als Kreuzweg angelegten Innenhof, in dem alles zum Verweilen und Innehalten einlud: der Garten mit Brunnen und Wasserspiel, die schön gestaltete Wandfläche mit großem Steinmosaik, die bunt blühenden Rhododendronbüsche und als Mittelpunkt die Statue der hl. Maria Magdalena mit der empfangenen und gebenden Hand.

Die Krypta ist ein besonderen Ort der Stille. Eine mit einem Ikebana-Flechtwerk aus Muscheln, Steinen und Hölzern geschmückte Treppe führt zum höchsten Punkt des Klosters, zum  lichtdurchfluteten Kirchenraum der Dreifaltigkeits-kirche. Sie ist geprägt durch verschiedene dreiteilige Elemente sowie eine große vergoldete Christusdarstellung mit weit geöffneten Armen als „Kreuz“. Unter diesen Armen erzählte Sr. Gratia über die Glaubens- und Heilsgeschichte ihres Ordens, sangen alle gemeinsam den Kanon: „Lobet und preiset ihr Völker den Herrn…“ und beendeten die Klosterführung mit dem Segen durch Pfarrerin Arnoldi-Neumann.

Der „spirituellen Klosterführung“ folgte ein Bericht über die Geschichte und die Arbeit des Klosters. Das Bergkloster Bestwig ist der Leitungssitz der Europäischen Provinz der Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel (SMMP). Es entstand in den Jahren 1965 bis 1971 als Mutterhaus und ist seitdem der Lebensort vieler Schwester. In Bestwig erfolgt sowohl die Ausbildung als auch der Eintritt der Schwestern. Hier können sie nach ihrem aktiven Dienst auch ihren Lebensabend verbringen. Das missionarische Engagement der Schwestern für Menschen in Armut und Not in Deutschland und weltweit – Brasilien, Bolivien, Rumänien, Mosambik – lebt nach dem Sendungsprogramm der Gründerin SMMP: „Die Jugend bilden, die Armen unterstützen und nach Kräften Not lindern“. Die einzelnen Aufgaben finden die Schwestern in der Pastoralarbeit  (Seelsorge,  geistliche Angebote,  Hospizarbeit), der Gesundheits- und Seniorenhilfe, sowie in den Bereichen Bildung und Erziehung. Dem Kloster angeschlossen ist ein Schulzentrum. Außerdem ist es ein offenes Haus, das auch Urlauber und Seminarteilnehmer für Besinnungstage und Exerzitien beherbergt. Gelebt wird nach der Ordensregel des Benedikt von Nursia: Ora et labora – bete und arbeite.

Um 12 Uhr gab es die Gelegenheit zur Teilnahme am Stundengebet der Schwestern. Danach trafen sich die Ev. Frauenhilfsschwestern zum gemeinsamen Mittagessen mit Sr. Gratia und nutzten die Mittagspause für einen Einkauf im Kloster-Shop, einem Spaziergang im Klosterpark, zur Klostergärtnerei oder einfach zu einer kurzen Erholung im sonnigen Innenhof.

Danach ging es um: Einfach leben – einfach leben. Sr. Gratia begann mit einer kurzen Meditation und einigen Atemübungen. Danach erfolgte die thematische Erarbeitung des Textes von Hans Magnus Enzensberger: „Luxus – woher, und wohin damit? Der Text wurde gelesen, zur Diskussion in die Runde gegeben und danach gemeinsam überlegt, wie stark der Druck von Industrie und Werbung in den menschlichen Alltag eingeht und ob privater Luxus überhaupt noch eine Zukunft hat. Bis zum Kaffee wurde in Kleingruppen weiter gearbeitet.

Nach der Kaffeepause eine letzte große gemeinsame Runde unter dem Motto: „Glücklich werden durch Verzicht ohne dabei zu verbittern“. Dazu gehört einerseits das beständige Einüben der angestrebten Tugenden: „Weg vom Überfluss, den Alltag entrümpeln – Entrümpelung macht gut“ andererseits das „Vermeiden von allem, was dabei im Wege steht“ und das „Verzichten auf mein Recht“. In einem „Blitzlicht“ fasste jede Teilnehmerin am Schluss die Eindrücke des Tages noch einmal für sich persönlich zusammen. Im Ergebnis gab es nur Positives zu berichten.

Die Konferenz endete mit einem gemeinsamen „Vater unser“ und einem großen Dankeschön. Hella Bilstein vom Vorstandsteam des Bezirksverbandes der Frauenhilfen im Ev. Kirchenkreis Arnsberg dankte Sr. Gratia für ihr Engagement und die herzliche Art und Weise, mit der sie alle Frauen durch das straff strukturierte Tagungsprogramm geleitet hat. Ihr Fazit: „Dieser Tag im Bergkloster in Bestwig war für uns alle eine Bereicherung.“

Christa Westerholt


Das Kloster Bestwig strahlt geistliches Leben aus-einfach und schön-Bilder: C.Westerholt

 
 
 
 
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