28.05.2015

Home away from home – Pfingstnacht in der Briloner Stadtkirche


„Heimat ist da, wo ich mich wohlfühle und wo Musik aus verschiedenen Traditionen zusammenkommen kann.“ Diese beiden Sätze hat Pfarrer Rainer Müller von der ev. Kirchengemeinde Brilon sich von der israelischen Jazzsängerin Efrat Alony geliehen. Mit ihnen begrüßte er die zahlreiche und kulturell gemischte Gemeinde am Pfingstsonntag. Fünf Stunden Musik, Poesie, biblische und literarische Texte zum Thema Heimat, Abschied, Sehnsucht, Ankunft auf Erden und im Himmel standen auf dem Programm.  Die Blechbläser unter Leitung von Presbyter Sigmar Paschkewitz luden mit dem Kultsong  „Yesterday“ ein, sich an zu Hause zu erinnern, Efrat Alony improvisierte mit Childo Thomas aus Mozambique über die Liebe zur Heimat, das Immanuel-Quartett aus Leverkusen interpretierte zusammen mit der polnischen Sängerin Anna Pehlken eigens für diese Nacht arrangierte Lieder von Schubert, Chopin, Scymanowski, Rachmaninoff und Piazolla. In der Stunde nach Mitternacht sangen Künstler und Publikum liturgische Stücke. Susanne Lamotte mit vier Choristinnen und dem Gitarristen Heinrich Bohnkämper trug pfingstliche und andere gregorianische Kompositionen vor.
Eine musikalische und stimmungsreiche Heimatsuche, unterbrochen von nachdenklichen Gedichten wie dem „Ei“ von Günther Grass, der zur Vorstellung einlädt, wir seien in der Schale, und was mit uns passierte, würde diese aufplatzen oder wir in der Pfanne landen. Die biblische Geschichte von Rut, die ihre Interessen zurückstellt und mit ihrer Schwiegermutter in die Fremde zieht, das Märchen von der Wassernixe Rusalka, die sich unsterblich und unglücklich in einen Prinzen verliebt, bis zum Kinderbuch über ein Flüchtlingskind aus Afrika, das in Europa ankommt.
Das Publikum, das mit fortschreitender Zeit zahlenmäßig nachließ, aber applausmäßig stark blieb, genoss die Pausen am Pfingstfeuer vor der Kirche und das Brot mit verschiedenem leckeren Dips von den „köchelnden Kerlen“. 
Rainer Müller und sein Team hatten die Kirche zuvor passend zum Thema verändert:  Die Bänke als Carée angeordnet mit einer Freifläche in der Mitte. Kerzen brachten warmes Licht, Weltkugeln - als Gasballons und erleuchtet - hingen und standen überall. Die Musik erklang nacheinander aus allen Ecken der Kirche, sogar von der Empore aus, wo Fabian Prolingheuer gekonnt die Orgel bediente.
Kirche, wenn sie offen ist, kann vielen Menschen Heimat anbieten,  kurzfristig, als Unterbrechung auf der Lebensreise, immer aber in der Hoffnung, dass Gottes Geist vom Himmel kommt und deshalb überall auf Erden wirken kann.

Text und Bilder: KKB mehr Bilder: www.kirche-brilon.de/Bildergalerien/2015


Pfarrer Rainer Müller begrüßt die bunte Gästeschar

Childo Thomas, Jazzsänger aus Mozambioque. Er lebt in Barcelona und musiziert mit der in Berlin lebenden Israelin Efrat Alony

Fast alle Musiker/innen auf einem Bild

 
 
 
 
Home away from home –  Pfingstnacht in der Briloner Stadtkirche
 

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