22.05.2015

Immer mehr Paare wenden sich an die Diakonie - Jahresbericht der Beratungsstellen in Arnsberg und Meschede


Arnsberg/Meschede (drh) – „In vielen Fällen ist es tatsächlich das verflixte siebte Jahr“, sagte Uwe Madeia von der Ehe-, Familien- und Lebensberatung der Diakonie Ruhr-Hellweg. Immer mehr Paare kommen in die Sprechstunde bei ihm in Arnsberg oder bei seiner Kollegin Kerstin Pasch in Meschede. Es sind nicht die frisch verliebten Männer und Frauen, die Rüstzeug für die Gestaltung einer dauerhaften Partnerschaft suchen, sondern die anderen. Wenn nach langem Zusammenleben die Gefühle erloschen sind, wenn starre Rollenmuster sich eingeschliffen haben, wenn handfeste Krisen die Partnerschaften belasten oder wenn die Trennung bereits beschlossene Sache ist.

„Wir unterstützen die Paare dabei, offen und friedlich miteinander zu kommunizieren“, sagt Kerstin Pasch. „Wenn zum Beispiel Untreue im Spiel gewesen ist, muss alles auf den Tisch, wie schmerzhaft es auch sein mag.“ Die Beraterin und der Berater der Diakonie helfen dabei, Klarheit zu gewinnen bezüglich der Frage, ob und wie eine Beziehung weiter tragfähig sein kann. „Manchmal hilft es sogar, eine Art Buße zu tun, auch wenn das altmodisch klingt“, berichtet der Uwe Madeia. Das kann auch darin bestehen, dass ein Partner in den Wohnwagen im Garten zieht, bis die schlimmsten Verletzungen verheilt sind.

Ein neues Angebot in den Diakonie-Beratungsstellen im Hochsauerlandkreis ist die Mediation. Die Mediation kommt dann zum Einsatz, wenn langjährige Partnerschaften zerbrechen. „Wir unterstützen dabei, die Trennung so zu gestalten, dass nicht nur ein großer Scherbenhaufen übrig bleibt“, so Madeia. „Keiner darf das Gefühl zurückbehalten, rundum gescheitert zu sein. Insbesondere für Kinder muss die Phase der Trennung erträglich gestaltet werden.“ Auch für eine maßvolle Regelung der meist schwierigen finanziellen Verhältnisse im Fall einer Trennung kann die Mediation den Weg ebnen.

Mit der Trennungs- und Scheidungsgruppe eröffnet die Diakonie Leidensgenossen den Weg zum gegenseitigen Austausch. Hier treffen sich verlassene Partner und Menschen, die eine Trennung selbst herbeigeführt haben: Die Gruppe gibt Solidarität und Kraft, das Verständnis für beide Seiten einer Trennung kann wachsen.

Mit der Partnervermittlung „Kontakt erwünscht“ richtet die Diakonie Ruhr-Hellweg sich an Menschen ab 40, die sich nach einer Partnerschaft sehnen. „Eine ganz unverbindliche und unbeschwerte Möglichkeit, andere Männer und Frauen kennen zu lernen, ist dabei der Singlebrunch“, informiert Kerstin Pasch. Hierzu lädt die Diakonie zweimal im Jahr ein. Dabei gibt es z.B. Flirt-Tipps auch für aus der Übung gekommene Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Paarberatungen machten 2014 anders als in den Vorjahren beinahe die Hälfte aller Beratungen aus. Aber auch zahlreiche Einzelpersonen wenden sich an die Diakonie: die Mutter, die neue Lebensperspektiven sucht, wenn die Kinder aus dem Haus sind; der junge Mann, der endlich auf eigenen Füßen stehen will oder auch Patienten, die auf einen Therapieplatz in der psychotherapeutischen Praxis warten. „Dabei suchen Menschen aus allen sozialen Schichten bei uns Unterstützung“, so Madeia, „Empfänger von Sozialleistungen beraten wir ebenso wie Akademikerinnen und Akademiker.“ 


 
 
 
 
Immer mehr Paare wenden sich an die Diakonie - Jahresbericht der Beratungsstellen in Arnsberg und Meschede
 

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