28.04.2015

Bonhoeffer - 70 Jahre nach seinem Tod noch eine Herausforderung


In der Passions- und Osterzeit fand in der Auferstehungskirchengemeinde Olsberg-Bestwig ein Glaubenskurs anhand von Texten Dietrich Bonhoeffers statt. Noch 70 Jahre nach seinem Tod interessieren sich Menschen für die damals hochmodernen, kontrovers diskutierten und abgelehnten theologischen und gesellschaftspolitischen Ansichten. 12 bis 15 evangelische, freikirchliche und katholische Menschen nahmen an jedem der Seminarabende teil. Am letzten Abend diskutierten sie über Bonhoeffers Vorstellung von Kirche, deren Mitglieder sich im „Beten und Tun des Gerechten“ bewähren sollten. Deren Pfarrer und Pfarrerinnen einem alltäglichen Beruf nachgehen sollten, um wie Gott in Christus mitten unter den Menschen zu leben, zu glauben und Glauben nur Sprache zu bringen.

Schnell nahm die Diskussion aktuelle Aspekte auf: Gemeindestrukturen in großen Räumen  behinderten den Kontakt zwischen Pastoren und Gemeindegliedern. Wenn sich zu viel in der Gemeinde ändere, ziehen sich Menschen zurück. Alle Christen, nicht nur die Pastoren seien zum Tun des Gerechten, zu Demut und Bescheidenheit aufgefordert.

Dass Bonhoeffers Thesen während extremer Zeiten entstanden sind, war allen klar. Dass sie auch heute noch Diskussionen anregen und Christen und Christinnen sich fragen lassen, was ihr Christian bedeutet, wurde im angeregten Gespräch deutlich.

Die Idee zu diesem Seminar hatte Pfarrer Burkhard Krieger. "Ich wollte das schon seit langem machen, mir fehlte nur der Kooperationspartner", erinnert er sich. Jemand regte ihn an, Matthias Tast, den Vorsitzenden des Finanzausschusses im Kirchenkreis Arnsberg, zu fragen. Der antwortetet prompt: "Ja". Wenn er gewusst hätte, dass die Bonhoeffer-Texte, die er im Wechsel mit dem Pfarrer den Teilnehmern vorstellen musste, so kompliziert sind, dann hätte er sich das vielleicht noch einmal überlegt, gab er am Ende zu.
Im Vollzug jedoch stellte er Bonhoeffers Gedanken greifbar und verständlich dar.
Zum Abschluss feierte die Gruppe eine Abendandacht mit Gebeten und Liedern Bonhoeffers. Alle konnten sich an das erinnern, was ihnen im Laufe das Seminars wichtig geworden war und was sie für die Zukunft mitnehmen wollten.
Ein gemütliches Gespräch bei Wein und Süßigkeiten danach zeigte: Theologie und Frömmigkeit passen gut zu Gesang und Gemeinschaft.

Kathrin Koppe-Bäumer


Bilder: www.dietrichbonhoeffer.net und kkb

 
 
 
 
Bonhoeffer - 70 Jahre nach seinem Tod noch eine Herausforderung
 

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