13.02.2015

„Es soll überhaupt kein Armer unter euch sein.“ -Ergebnisse der Umfrage "Armut im HSK" jetzt veröffentlicht


Mit seiner Online-Umfrage „Die Bibel und das Sein“ hat der Arbeitskreis gegen Armut im HSK von Januar bis Mai 2014 die Einstellung der „Hochsauerländer“ zu einigen Grundaussagen der Bibel rund um das Thema Armut erhoben. Erfreulich viele Menschen aus der Region haben sich an der Befragung, die in Zusammenarbeit zwischen DGB, katholischer Arbeitnehmerbewegung,  evangelischer Kirche  und der Diakonie Ruhr-Hellweg durchgeführt wurde, beteiligt.

„Natürlich sind unsere Ergebnisse bei knapp 300 auswertbaren Fragebögen nicht repräsentativ, aber wir sehen doch recht deutliche Tendenzen.“ so der Diakoniepfarrer des Evangelischen Kirchenkreises Arnsberg Peter Sinn. Und  Susanne Schulze von der Evangelischen Erwachsenenbildung  macht es konkret: „Die Angst, künftig selbst von Armut betroffen zu sein, scheint auch bei denen eine Rolle zu spielen, die sich heute materiell gut abgesichert sehen.“ Wolfgang Zeh vom Deutschen Gewerkschaftsbund ergänzt: „Und die Zukunftsangst ist bei den Älteren besonders stark ausgeprägt.“  

Gerd Heiler-Schwarz, Leiter der Wohnungslosenberatung der Diakonie Ruhr-Hellweg, ist überrascht, „wie viele der Befragten Armut eher als schicksalsgegeben hinzunehmen bereit sind – nach dem Motto  ‚Der Herr hat`s gegeben, der Herr hat`s genommen‘. Wer nicht betroffen ist, fragt, wie jemand in Armut geraten ist. Und denen, die  scheinbar schuldlos sind, wird auch gern geholfen. Ich bin allerdings unsicher, ob die Frage der Schuld überhaupt eine Rolle spielen kann.“

Auch im Hochsauerland gibt es keine heile Welt mehr. „Die Spaltung der Gesellschaft wird deutlich gesehen. Und es wundert mich nicht, dass Menschen sich der Armut schämen und sie zu verstecken versuchen. Viele fühlen sich völlig machtlos. Sie hoffen noch nicht einmal mehr auf politische Lösungen.“ Das ist für Bernhard Pohl von der katholischen Arbeitnehmerbewegung auch in der Befragung zum Ausdruck gekommen. „Armut macht einsam, sie isoliert. Viele, die arm sind, sehen keine Perspektive. Das habe ich schon oft gehört. Es jetzt aber von denen zu hören und zu lesen, die hier im HSK gleich nebenan wohnen, lässt mich noch intensiver nach Wegen suchen, wie wir Armut verhindern können“, sagt Gewerkschaftssekretärin Sandra Grimm.

Die Idee einer Gesellschaft, in der Menschen wirklich miteinander teilen, findet nicht die ungeteilte Zustimmung der Befragten – aber die meisten finden: „Es sollte überhaupt kein Armer unter euch sein.“  Dem stimmt auch der Arbeitskreis zu. Über die Hintergründe von Armut und über ihre Auswirkungen – für die einzelnen und für den HSK insgesamt – möchten Kirchen und Gewerkschaften ins Gespräch kommen und  im Gespräch bleiben.

So sind die Gesamtergebnisse der Umfrage auf den Internetseiten von KAB, DGB, evangelischem Kirchenkreis Arnsberg und Diakonie Ruhr-Hellweg einsehbar. hier

Für  2015 plant der Arbeitskreis eine gemeinsame Veranstaltung, bei der es um die unterschiedlichen Vorstellungen und  Perspektiven zur Überwindung von Armut und Ausgrenzung im HSK gehen wird.  


Der AK Armut im Hochsauerland veröffentlicht im Januar 2014 die Umfrage. Bild: KKB

 
 
 
 
„Es soll überhaupt kein Armer unter euch sein.“ -Ergebnisse der Umfrage "Armut im HSK" jetzt veröffentlicht
 

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