22.01.2015

Eine Stimme, die verzaubert - Barbara Auer, Werner Milstein, Immanuel-Quartett und Sängerin Anna Pehlken zum 200. Todestag von Matthias Claudius


„Ich danke Gott, und freue mich wie's Kind zur Weihnachtsgabe, dass ich bin…“ Mit diesen Worten von Matthias Claudius eröffnete Barbara Auer, eine der bekanntesten und eindrücklichsten  Schauspielerinnen Deutschlands, den Abend in der Evangelischen Stadtkirche Brilon. Ihre klangvolle Stimme,  ihre natürliche Wärme und die Klarheit ihres Ausdrucks nahmen die Zuhörer mit auf eine faszinierende Zeitreise durch das Leben des Dichters und Theologen. Pfarrer Werner Milstein hatte die Form eines Tagesablaufs gewählt, um  das Leben dieses besonderen Menschen zu entfalten: von seiner Kindheit, seiner Ehe, seinen Kindern, seinen Gedanken zu den gesellschaftlichen Entwicklungen und der politischen Aktualität bis in die Gegenwart, und besonders berührend, seine Auseinandersetzung mit den Erfahrungen des Todes in seiner Familie. Und durch alles zog sich wie ein roter Faden sein Glaube, der auch in der tiefsten Erschütterung  das letzte Vertrauen in Gott nicht verlor.

Während  Werner Milstein kommentierend und erläuternd durch das Leben von Matthias Claudius führte, sprach Barbara Auer Originaltexte, Gedichte und Gedanken des Autors. Wie ein Innehalten wirkte die Musik des Immanuelquartetts aus Leverkusen, die gemeinsam mit der Sopranistin Anna Pehlken  Musik von Zeitgenossen Claudius‘ und Vertonungen seiner Texte musizierten: Carl Philipp Emmanuel Bach und Georg Philipp Telemann, die Matthias Claudius sogar familiär sehr verbunden waren, sowie Michael Haydn und Franz Schubert, die das wohl bekannteste Gedicht „Der Mond ist aufgegangen“ in unterschiedlicher Weise vertont haben. Muntere kurze Zwischenspiele, Lieder voller Humor oder trauernder Innigkeit und ein liebevolles Geigenduett zur Silberhochzeit erklangen und verzauberten. Ein ganz besonders berührender Moment entstand, als nach den Worten des Gedichtes „Der Tod und das Mädchen“ Schuberts Vertonung erklang. Anna Pehlkens eindrucksvoller Sopran, unterstützt vom einfühlsam begleiteten Immanuel-Quartett, berührte die Herzen und manch einem stieg eine Träne ins Auge auf. Den Ausklang bildete das von allen gemeinsam gesungene Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ mit der vertrauten Melodie.

Von den Einblicken in das Leben des Menschen Claudius fasziniert, von der Musik zutiefst berührt und der Stimme Barbara Auers und ihrer Ausdruckskunst verzaubert dankten die Zuhörer mit herzlichem und langem Applaus und tauschten sich anschließend mit den Mitwirkenden angeregt über das Erlebte aus.

Am Freitag, 30. Januar um 19.30 Uhr schließt dieBriloner Matthias-Claudius-Reihe ab mit dem Auftritt von Tanja Schurkus, die die von ihr geschriebene Romanbiographie über Matthias Claudius vorstellt. Eintrittskarten: 10,- Abendkasse, 8,- im Vorverkauf: BWT, Gemeindebüro (02961-50020) und Briloner Buchhandlungen.


Barbara Auer umgeben von (v.l.:) Werner Milstein, Anna Pehlken und dem Immanuel-Quartett. Bild: Rainer Müller

 
 
 
 
Eine Stimme, die verzaubert - Barbara Auer, Werner Milstein, Immanuel-Quartett und Sängerin Anna Pehlken zum 200. Todestag von Matthias Claudius
 

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