12.01.2015

Willkommen heißen, Hilfe anbieten und Begegnungen schaffen - Auswärtiges Amt würdigt ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge


Brilon. Auch in Brilon und Umgebung suchen Menschen aus aller Welt  Schutz, Zuflucht und eine neue Perspektive aufgrund der weltweiten Krisen und Menschenrechtsverletzungen. Anders als in Dresden machen aber hier die Bürger nicht mit Pegida-Demonstrationen von sich reden, sondern bauen eine Willkommenskultur für ihre ausländischen Mitbürger auf. Monika Grosse-Vollmer ist eine von ihnen und wurde für ihre engagierte Ehrenamtsarbeit auf höchster Ebene geehrt. Gemeinsam mit 700 weiteren Bürgerinnen und Bürgern lud die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration sie ins Auswärtige Amt ein. Im Namen der Bundesregierung dankte Staatsministerin Aydan Özoguz den Gästen für ihr ehrenamtliches Engagement. Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier sowie der Vize-Kanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel sprachen den Ehrenamtlichen große Anerkennung für ihren wichtigen Beitrag zur sozialen Integration von Flüchtlingen aus.

Seit über zwei Jahren unterstützt Monika Große-Vollmer Flüchtlinge und Migranten im Umgang mit Behörden, bei der Wohnungssuche und begleitet sie zu Arztterminen. Als Presbyteriumsmitglied der Ev. Kirchengemeinde in Brilon sieht sie diesen Dienst als ihren christlichen Auftrag und als einen Akt der Nächstenliebe an. Sie möchte bei den Flüchtlingen Ängste abbauen und das Ankommen in Deutschland  erleichtern. „Ich möchte den Menschen, die oft traumatische Dinge erlebt haben, das Gefühl geben willkommen zu sein und ihnen den Start in unserem Land erleichtern.“

Dabei ist ihr die Anbindung an die Flüchtlingsberatung der Diakonie Ruh-Hellweg sehr wichtig. Als hauptamtliche Mitarbeiterin der Diakonie steht Annegret Rasch für alle fachlichen Fragen zur Verfügung. „Als Ehrenamtliche kann ich viel für die Menschen tun, aber es gibt Bereiche, da ist eine professionelle Beratung gefragt. Ich kann mich jederzeit an Frau Rasch wenden, das gibt mir eine große Sicherheit für meine Aufgabe.“ Eine Aufgabe, die ihr große Freude macht. Mit dem „Café International“ hat ihr freiwilliges Engagement noch ein weiteres Standbein. Einmal im Monat lädt die Ev. Kirchengemeinde im Gemeindehaus zu Kaffee und Kuchen ein. Hier können sich Migranten, Flüchtlinge und Briloner Bürger gegenseitig kennenlernen, sie spielen Karten, Tischfußballspiel oder Tischtennis zusammen und unterhalten sich in lockerer Atmosphäre.

„Als Christen möchten wir so ein Zeichen setzen und den ausländischen Mitbürgern signalisieren, dass sie willkommen sind und uns ihr Schicksal interessiert“, erklärt die Brilonerin. „Auch für die deutschen Mitbürger ist das Angebot eine wichtige Möglichkeit, um Berührungsängste abzubauen.“ Dass man hier in Brilon nicht nur über eine Willkommenskultur redet, sondern sie lebt, macht ebenfalls das neue Projekt „Integrationspaten“ der Stadt Brilon deutlich. Bereits 40 Interessierte haben sich gemeldet, um Flüchtlingen besonders die Anfangsphase zu erleichtern. Zurzeit werden Ideen und die Kompetenzen der Freiwilligen gesammelt, um unterschiedliche Angebote zu entwickeln, wie etwa einen Begrüßungsdienst oder Sprachkurse. „Die wichtigsten Voraussetzungen für ein gelingendes Zusammenleben der unterschiedlichsten Kulturen sind gegenseitige Offenheit und Verständnis füreinander“, ist sich Grosse-Vollmer sicher.

UF


Die Ehrenamtliche Monika Grosse-Vollmer freut sich über die Ehrung durch Staatsministerin Aydan Özoguz, Bild: privat

 
 
 
 
Willkommen heißen, Hilfe anbieten und Begegnungen schaffen - Auswärtiges Amt würdigt ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge
 

Kirchenkreis Arnsberg - Impressum