17.12.2014

Kirchenasyl im Gemeindehaus in Bredelar - Junger Mann aus Eritrea wird von Marsbergern unterstsützt


Marsberg. Seit Freitag dem 12. Dezember gewährt die evangelische Kirchengemeinde Amanuel Oqubagabr aus Eritrea Kirchenasyl. Das Presbyterium hat sich zu diesem Schritt entschlossen, um Amanuel Oqubagabr vor der angekündigten Abschiebung nach Italien zu bewahren. Da er bei seiner Flucht über das Mittelmeer Italien als erstes EU-Land betreten hat, hätte er dort seinen Asylantrag stellen müssen. Pfarrer Markus Pape: „Aus den täglichen Nachrichten wissen wir, dass Italien als EU - Grenzland mit den Flüchtlingsströmen völlig überfordert und nicht in der Lage, ist  für eine menschenwürdige Behandlung der Flüchtlinge zu sorgen.“ Falls die deutschen Behörden ihn innerhalb von sechs Monaten nicht nach Italien überstellen können, muss sein Asylantrag in Deutschland bearbeitet werden. Die Kirchengemeinde beherbergt ihn im Gemeindehaus, weil sie Amanuel Oqubagabr helfen möchte, in Deutschland Asyl zu bekommen.

 

Unterstützung ist notwendig

Während des Kirchenasyls darf Amanuel Oqubagabr das kircheneigene Gelände nicht verlassen. Er bekommt keine Sozialhilfe. Die Gemeinde muss also für seinen Lebensunterhalt aufkommen. Viele Freiwillige haben das Kirchenasyl inzwischen mit Geld-und Sachspenden unterstützt. Die ärztliche Versorgung ist sichergestellt und es hat sich auch jemand gefunden, der Oqubagabr in der deutschen Sprache unterrichtet. Bisher unterhalten sich die Gemeindeglieder mit ihm auf Englisch. Als Gast bei den Adventsfeiern des Abendkreises und der Frauenhilfe hat er erzählt, wie die orthodoxen Christen in seiner Heimat Weihnachten feiern.

Amanauel Oqubagabr ist über das Mittelmeer nach Europa gekommen. Markus hat die Marsberger Gemeindeglieder aufgefordert, Kontakt zu dem aufgeschlossenen jungen Mann zu suchen. „Er hat  eine Menge zu erzählen. Durch ihn bekommen Zahlen und Fakten, die man aus den Nachrichten kennt, auf einmal ein Gesicht.“

Die Kirchengemeinde Marsberg ist dankbar für alle Hilfen und freut sich, dass so viele Menschen das Kirchenasyl unterstützen. Auf folgendes Konto können einmalige oder einen monatliche Beiträge gegen Spendenquittung überwiesen werden:

Ev. Kirchengemeinde Marsberg

IBAN: DE 81 400 692 66 6000 339 300

Verwendungszweck: Kirchenasyl

Was ist Kirchenasyl?

Unter Kirchenasyl versteht man die zeitlich befristete Aufnahme von Schutzsuchenden in Räumen, in denen die Kirchengemeinde Hausrecht ausübt. Die Schutzsuchenden werden nicht heimlich aufgenommen oder versteckt, sondern den Behörden wird die Adresse des neuen Aufenthaltsortes offiziell mitgeteilt. Bei alle dem  ist Kirchenasyl aber kein  verbrieftes Rechtsinstitut und steht im Konflikt zu staatlichen Bestimmungen. Für Christinnen und Christen gibt es aber immer wieder Situationen, in denen das eigene Gewissen im Gegensatz zu staatlichen Regelungen steht und zu Verstößen gegen solche Ordnungen führt. Die Behörden erkennen aber die Realität eines Kirchenasyls an und dulden es in aller Regel.

 

Bilder und Text: Ev. KGM Marsberg

BU:

1-      

2-      Amanuel Oqubagabr schreibt Frohe Weihnachten in seiner Heimatsprache Tigrinja.

 

 


Der junge Mann aus Eritrea ist gern gesehener Gast bei Gemeindeveranstaltungen.

 
 
 
 
Kirchenasyl im Gemeindehaus in Bredelar - Junger Mann aus Eritrea wird von Marsbergern unterstsützt
 

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