16.11.2014

Lachend Erinnerungen wachhalten - Veranstaltung am 9. November in Neheim


Neheim. (ad) Mit „Scherz, Satire, Ironie“ gedachte die Veranstaltungsgemeinschaft „Gedenken an die 9. November 1938“ nach der Kranzniederlegung auf dem jüdischen Friedhof an der Möhnepforte der Reichspogromnacht in der ehemaligen Synagoge, dem heutigen Haus der Neheimer Jäger an der Mendener Straße. „Heute wollen wir den Humor, eins der vielen Facetten des jüdischen Lebens betrachten und vorstellen“, betont Thomas Bertram von der Gemeinschaft. Im Talmudn einem Schriftwerk des Judentums, steht: „Gott lacht mit seinen Geschöpfen, nicht über seine Geschöpfe“. Eine wichtige Voraussetzung für die vielen Formen jüdischen Humors. „Denn mit Hilfe von Spott, Respektlosigkeit, schwarzem Humor und bissiger Kritik ist er fast immer eine Verteidigung der Menschlichkeit gegen jede Ideologie, Gewalt und engstirnige Gesetzlichkeit“, meint Dr. Dr. Wolfgang Bürsgens bei seiner Einführung. Jüdischer Humor ist oft Lachen, um nicht zu weinen. Die jüdischen Witze werden so knapp wie möglich erzählt. In den kleinen Anekdoten ist oft der letzte Satz von Bedeutung. Ein Beispiel jüdischer Ironie: „All deine Zähne sollst du verlieren, außer einen, damit du noch Zahnschmerzen haben kannst“ oder „Einen Regenschirm sollst du verschlucken, der sich in deinem Bauch aufspannt“. Aber auch die Religion wird nicht verschont. Wie bei dieser Geschichte „Mein Rabbi spricht jede Woche mit Gott, sagte eine Frau zu ihrer Freundin. Antwort: Das kann nicht sein. Er lügt! Seit wann redet Gott mit Lügnern?“ oder „Was ist der Unterschied zwischen einem Klempner und dem Messias? Antwort: Der Messias wird eines Tages kommen.“ Die Gäste in der vollbesetzten Synagoge lächelten, schmunzelten und lachten herzhaft über die kleinen Geschichten. Erzählt wurden sie neben Bürsgen und Bertram von Dr. Udo Arnoldi, Andreas Pröpper, Bernd Schüttelhöfer und Charlotte Neitzke-Roßkothen. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Hartwig Diehl. Als Vorlagen dienten Geschichten von Ephraim Kishon Kurt Tucholsky, Heinrich Heine, Franz Kafka und Martin Buber. „Wir hoffen, auf diese Weise den schuldbeladenen Weg der Vergangenheit in eine neue Welt des Respekts durch Wecken von Verständnis zu führen“, so Bertram.

Achim Benke


Mit „Scherz, Satire, Ironie“ aus den jüdischen Leben gedachte die Veranstaltungsgemeinschaft „Gedenken an die 9. November 1938“ in der ehemaligen Synagoge der Reichspogromnacht am 9. November 1938. Foto: Achim Benke

 
 
 
 
Lachend Erinnerungen wachhalten - Veranstaltung am 9. November in Neheim
 

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