14.11.2014

„Reiz des Reisens“ - Podiumsdiskussion beleuchtet Entwicklungen im Tourismus


Meschede (drh) - Von der Pilgerreise im Mittelalter zum Pauschalurlaub mit Wellnessgarantie: Anlässlich seines 50-jährigen Jubiläums lud das Matthias-Claudius-Haus zu einer Podiumsdiskussion ein. Die Geschichte des Tourismus stand dabei  in der Ferien- und Tagungsstätte der Diakonie Ruhr-Hellweg in Eversberg im Mittelpunkt. Fachleute aus Forschung, Tourismus und Diakonie beleuchteten die unterschiedlichen Aspekte der Reisekultur. Vorab stimmte Freizeitforscher Paul Pfeiffer in seinem Impulsvortrag „Reisen: gestern, heute, morgen“ die Gäste auf das Thema ein.

Der Fachmann führte dabei die Gäste durch die Epochen und machte deutlich, dass die Geschichte des Reisens schon immer eng mit den gesellschaftlichen Entwicklungen zusammenhing. Standen bei den frühen Pilgerreisen die religiösen Aspekte im Vordergrund, hatten die Kaufleute, die auf abenteuerlichen Handelsrouten um die Welt reisten, eher den Profit im Blick. Im 18. Jahrhundert schwärmten junge Adlige in die Welt, um Sprachen, Kulur und Sitten fremder Länder kennenzulernen. Ein Jahrhundert später erholten sich die oberen Zehntausend in der Sommerfrische an der Ostsee.

Erst mit dem Wirtschaftswunder und der 1956 eingeführten gesetzlichen Urlaubsregel entwickelte sich das Reisen von einem elitären Luxusgut langsam zum Massenphänomen. „Das Preis-Leistungsverhältnis im Übernachtungs- und Gastronomiebereich muss stimmen bestätigte auch Ulrich Bork, Fachbereichsleiter für Soziales, Kultur und Tourismus im Hochsauerlandkreis. „Genau so wichtig sind aber auch die Freundlichkeit der Gastgeber, die Qualität der Natur und der/die Infrastruktur z.B. bei Rad- oder Wanderwegen:, Rahmenbedingungen, die nicht nur den Touristen, sondern natürlich auch der heimischen Bevölkerung zu Gute kommen.“  „Im Urlaub möchten die Menschen unberührte Natur und Gemeinschaft erleben. Sie wollen sich erholen und Spaß haben“, verdeutlichte der Freizeitforscher die Wünsche vieler Feriengäste. „Urlaub als die schönste Zeit des Jahres soll vor allem Kontrast zum Alltag bieten. Dieser Abstand zum Alltag ist für alle Menschen wichtig“, stellte Pfeiffer heraus.

Daraus resultiere auch der Auftrag der Diakonie, so Diakonie-Vorstand Steffen Baumann. „Die Diakonie möchte allen Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen und Barrieren beseitigen – auch im Urlaub.“ Der Reisedienst biete Aktivurlaub und Bildungsreisen an und spezielle Angebote zum Beispiel für an Demenz erkrankte Menschen und ihre Angehörigen“, konkretisiert Renata Sterzik als Mitarbeiterin des Reisedienstes. Zudem ermöglicht die Diakonie auch Menschen mit Pflegebedarf die Teilnahme an Reisen, indem sie mit Pflegediensten am Urlaubsort kooperiert, oder verhilft finanzschwachen Familien mit der Beantragung von Zuschüssen zur Teilnahme.

Alleinstehende und ältere Menschen haben oft Hemmungen allein zu verreisen. Daher liegt der Diakonie das Gemeinschaftserlebnis besonders am Herzen, wie  Margarete Kasfeld erklärte. Seit über 30 Jahren begleitet sie ehrenamtlich Reisen der Diakonie und hat die Erfahrung gemacht, dass gerade alleinstehende Frauen oft nicht wagen, auf eigene Faust zu verreisenBarrieren abbauen und gesellschaftliche Teilnahme ermöglichen, heute ist das unter dem Stichwort Inklusion in aller Munde. Für die Diakonie kein neuer Begriff, wie ein Gast aus dem Publikum bemerkte: „Schon in den 80er Jahren schlossen sich Familien mit behinderten Kindern den Familienfreizeiten an. Alleine haben sie sich damals mit ihren Kindern nicht auf die Reise getraut.“

Wer Interesse am vielfältigen Angebot der Reisedienstes hat, kann unter der gebührenfreien Service-Nummer.:0800 58 90 257 kostenlos einen Katalog bestellen oder sich unter www.diakonie-reisedienst.de informieren.

UF


(drh): Reiseverkehrskauffrau Renata Sterzik, Reiseleiterin Margarete Kasfeld, Fachbereichsleiter Ulrich Bork sowie Diakonie-Vorstand Steffen Baumann und Freizeitforscher Paul Pfeiffer nahmen die Gäste mit auf eine Reise durch die Geschichte des Tourismus.

 
 
 
 
„Reiz des Reisens“ - Podiumsdiskussion beleuchtet Entwicklungen im Tourismus
 

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