08.07.2014

„Mit Begeisterung nach Hause geschwebt“-Besucherrekord bei Marsberger Nacht der Kirchenmusik


„Die Lange Nacht der Kirchenmusik hat mich sehr beeindruckt. Ganz begeistert bin ich nach Hause geschwebt und war doch noch voller Sinneseindrücke, so dass der Schlaf wenig Chancen hatte!“ Eine Besucherin der Veranstaltung kommentierte am nächsten Tag per E-Mail das Ereignis, das auch die Kantorei Marsberg in vielerlei Hinsicht überraschte.

Mit ca. 210 Besucherinnen und Besuchern markiert die Lange Nacht der Kirchenmusik 2014 am vergangenen Wochenende einen neuen Rekord. Seitens der Veranstalter – die Kantorei Marsberg e.V. - war man sehr zufrieden mit dem großen Interesse, zeigt es doch, dass Kirchenmusik – in attraktiver Weise präsentiert -  ihre Strahlkraft nicht verliert und bei Menschen jeden Alters große Freude bei der Mitwirkung als Künstler ebenso zu erzeugen vermag wie beim Publikum.

Die Tour startete mit zwei Bussen und vielen Privatfahrern in Bredelar in der evangelischen Christuskirche. Pfarrer Markus Pape hatte eingangs das Publikum mit der Frage überrascht, wer denn zuvor diese Kirche besucht hatte, die zwar jeder schon mal angestrahlt oder im Sonnenschein wahrgenommen haben musste, aber damit den Weg zu ihr auf den Hügel noch nicht automatisch verband. Eine deutliche Mehrheit der Gäste lernte erstmals dieses neo-romanische Gotteshaus aus dem Jahr 1901 kennen. Musikalisch bot der evangelische Kirchenchor eine Kostprobe seines Könnens mit Auszügen aus Gounods Messe brève No. 7. Die kleine, aber sehr imposant klingende Orgel der Kirche wurde mit Bachs Concerto für Orgel in G-Dur und Gottfried Fischers musikalischem Scherz „Wenn Mozart das Lied ‚Geh aus, mein Herz, und suche Freud komponiert hätte‘“ vorgestellt – all dies unter der bewährten Leitung von Torsten Seidemann.

Zeitgenössische Musik im modernen Kirchraum
Alsdann wartete mit der St. Markuskirche in Beringhausen ein modern gestalteter Kirchenraum auf die Gäste, dessen Geschichte und Inhalte nach der Begrüßung durch Pfarrer Burkhard Sudbrock der junge Benedikt Klaucke anhand einer Diaschau gekonnt und kurzweilig erläuterte. Zum modernen Raum passend, sangen der Kirchenchor Beringhausen und der Singkreis der Kolpingsfamilie Giershagen zusammen drei moderne Lieder unter der Leitung von Sebastian Koch, an der Orgel meisterlich einfühlsam begleitet von Sebastian Freitag, über dessen erneute Teilnahme sich alle sehr freuten!

Barockes in St, Magdalena
Nach einer Stärkung der Gruppe im Jugendheim Beringhausen öffneten sich die Türen des „Padberger Doms“, der neo-barocken St. Maria Magdalena- Kirche, die vor allem Besucher beeindruckt, die vom Diemelsee kommen. Die Patronatsherrin, Ulrike Gräfin Droste zu Vischering, verfolgte mit den anderen Gästen ein musikalisch äußerst abwechslungsreiches Programm, das der Männergesangverein Caecilia Padberg unter Leitung von Sergej Fomin, die Solo-Sopranistinnen Rebekka und Cecilia Siebers und Tim Störmer an der Orgel darboten. Ein breites Schmunzeln löste im Publikum eine Polka des italienischen Komponisten Francesco Pagani aus, die dieser zum Auszug am Ende einer Messe komponiert hatte – ungewohnte Klänge, zur barocken Umgebung in Padberg aber wie maßgeschneidert ausgewählt!

Abschluss im Kloster Bredelar
Als Ort des  Finales stellte sich in diesem Jahr das Kloster Bredelar zur Verfügung, und perfekt organisiert, die Gäste liebevoll betreuend machte es beste Werbung für den Veranstaltungsort, der das kulturelle Leben Marsbergs bereichert. Nach einer kurzen Begrüßung durch Bernd Follmann vom Förderverein des Klosters musizierten dort „Brass Society“ u.a. mit dem Essenthoer Trompeter Sebastian Meyer. Dieses Blechbläserensemble faszinierte einmal mehr bei der Langen Nacht der Kirchenmusik das Publikum durch meisterliche Instrumentenbeherrschung, ein durch und durch stimmiges Repertoire und eine künstlerische Ausstrahlung, die bei so jungen Menschen nur äußerst selten so ausgereift anzutreffen ist. In dessen Spielpausen sangen der evangelische Kirchenchor mit Torsten Seidemann  und das neu geschaffene Vokalensemble der Kantorei Marsberg unter der Leitung von Tim Störmer sechs Abendlieder, die den Veranstaltungsraum, der in das Licht dutzender Kerzen gehüllt war, auch musikalisch auskleideten. Dem klösterlichen Team um die Geschäftsführerin Marita Veith und Benedikt Klaucke, dankte die Kantorei Marsberg für mühevolle Vorbereitungen. Das Publikum wurde abschließend noch einbezogen sowohl in das Mottolied der Kantorei, das ebenso begeistert mitgesungen wurde, wie in einen Kanon, mit dem das gesamte Auditorium einem anwesenden Geburtstagskind herzlich gratulierte.

Sponsoren gesucht
Die Kantorei Marsberg freut sich über den Erfolg, der in großem Maße von ihren Mitgliedern getragen wurde. So hatten Sebastian Koch, Sebastian Freitag, Tim Störmer, Sebastian Meyer, Hanns Runte, Alexander Hickert und Ulrich Eilebrecht hohen Anteil am Gelingen.  Nachdem Sponsoren aus den Vorjahren nicht mehr zur Verfügung standen, war die Sorge groß, wie sich die Veranstaltung finanziell weiterführen lassen würde. Trotz der Unterstützung, die Berndt Schulte von der Firma „Reifen Schulte“ zusicherte, werden weitere Förderer dringend benötigt. Die Kantorei Marsberg hofft, dass der Erfolg der Veranstaltung auch hierzu beitragen wird.

Text und Bilder: Kantorei Marsberg e.V.

 

 


Christuskirche Bredelar -Bilder: Kantorei Marsberg e.V.

St. Magdalena

Kloster Bredelar

 
 
 
 
„Mit Begeisterung nach Hause geschwebt“-Besucherrekord bei Marsberger Nacht der Kirchenmusik
 

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