03.06.2014

Die neue Freiheit leben – Gottesdienst für Ruheständler in Neheim


Die gesellschaftliche Diskussion und Entscheidung über die Verringerung des Rentenalters und die Erhöhung der Mütterrente erreicht auch die Kirchen. Die mit großer Bundestagsmehrheit getroffene Entscheidung am 23. Mai hat zur Folge, dass in diesem Jahr und in den nächsten Jahren hunderttausende Frauen und Männer in den Ruhestand gehen.

Ein kleines Team der evangelischen Kirche in Neheim unter der Leitung von Vikarin Denise Beckmann hatte sich dieses Themas angenommen und einen Gottesdienst in der Pauluskirche konzipiert für Rentner und Pensionäre sowie Menschen, die in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen.

Mitten ins Thema führte die von den beiden Ruheständlern Wolfgang Boehnke und Karl-Georg Wuschansky vorgetragene Sprechmotette die etwa 50 Gottesdienstbesucher. Da standen Sätze über die neue Freiheit im Rentenalter der Frage gegenüber: Was wird aus meinem angesammelten Wissen? Es ging um Angst vor Krankheiten, die darauf hinweisen, dass die letzte Lebensphase beginnt, und um Dank für Renten-und Pensionszahlungen. Die Worte verdeutlichten: Jeder, der oder die neu in den Ruhestand eintritt, muss eine eigene Antwort finden auf die Frage: Wie gehe ich mit der neu erworbenen persönlichen Freiheit um?

Wie der große Schriftsteller Hermann Hesse den letzten Lebensabschnitt eines Menschen gesehen hatte, machte Stefanie Schumacher mit dem berühmten Gedicht „Stufen“ klar.  Hesse sah auch die die letzte Lebensstufe eines Menschen optimistisch. Seine Aufforderung „Abschied zu nehmen um zu gesunden“ zwingt zum Nachdenken.  Vikarin Denise Beckmann übertrug die Bibelgeschichte vom blinden Bartimäus, der von Jesus geheilt wurde, auf die „neuen“ und „alten“ Rentner: Sie sollten Gott vertrauen, auch wenn vielleicht Krankheit und Armut drohen. Gott zeige ihnen ihren Weg und öffne ihnendie Augen, wenn sie ihm vertrauen.

Eine Symbolhandlung machte Mut, nach vorn zu schauen und alte Lasten hinter sich zu lassen: Die Gläubigen schrieben ihre Sorgen auf, wickelten das Papier um einen Stein und legten es am Altar ab. Dafür bekamen sie ein Stück Brot, ein brennendes Teelicht und ein persönliches Segenswort. Erleichtertet und mit Gottvertrauen sollten sie nun weiterleben.

Anschließend kam es an appetitlich gedeckten Stehtischen zu angeregten Gesprächen über das Rentner- und Pensionärsdasein. Vikarin Denise Beckmann freute sich, dass die Gemeinde in Neheim „alles mit ausprobiert“. Sie hat diesen besonderen Gottesdienst für Ruheständler im Rahmen ihrer Vikariatsausbildung vorbereitet und wird darüber eine Auswertung für ihr zweites Examen schreiben.

Text: Karl-Georg Wuschansky  Bilder: KKB


Segen für den Lebensweg.

Brot und Licht zur Stärkung

 
 
 
 
Die neue Freiheit leben –  Gottesdienst für Ruheständler in Neheim
 

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