08.04.2014

Warum musste Jesus sterben? Intensive Diskussion in Brilon über Herzstück des Glaubens


Kann der Tod Jesu Menschen Gutes tun? Brauchte Gott zur Versöhnung seines Zorns ein Menschenopfer? Das Bild des gekreuzigten Jesus schreckt manchen ab, besonders die, denen als  Kinder gesagt wurde: "Schau dir die Wunden Jesu an. Die musste er leiden, weil du gesündigt hast.“

Immer mehr Menschen wollen heute nicht mehr auf diese Art kleingemacht werden. Eine Befragung unter Jugendlichen hat ergeben, dass die meisten nichts anfangen können mit der Vorstellung, Jesus habe sich für ihre Sünden geopfert. Sie kritisieren, dass diese Vorstellung Menschen nur als Sünder sieht. Sie meinen, dass Gott diese Sühne nicht braucht, um zu vergeben. Viele machen sich über den Tod Jesu gar keine Gedanken mehr.

Gerade deshalb, so Antje Rösener, sei es wichtig über das Thema ins Gespräch zu kommen. Denn der Tod Jesu sei eins der Herzstücke unseres Glaubens. Die Pfarrerin im Erwachsenenbildungswerk der Ev. Kirche von Westfalen in Dortmund betonte beim Gesprächsabend Anfang April im Ev. Gemeindezentrum, dass der Karfreitag auch heute noch für viele Christen der Höhepunkt des Kirchenjahres sei und dass sie auf den Glaubenssatz “Jesus starb für meine Sünden“ nicht verzichten wollen.

Die Theologin ist für sich zu Antworten gekommen: Jesu Tod als Sühne für unsere Sünden sei eine von mehreren biblischen Deutungen des Tode Jesu. Im Mittelalter wurde sie in Deutschland zentral, besonders durch die intensive Verbreitung der Kirchenlieder. Theologen und Theologinnen seien sich heute fast alle darin einig, dass Gott, wie die biblischen Texte ihn bezeugen, keine Sühneopfer brauche. Heilswirksam für Glaubende seien  ihrer Meinung nach neben dem Tod Jesu sein Leben und seine Auferweckung. Er war tief verbunden mit Gott. Er hat durch sein mutiges und konsequentes Auftreten Menschen geholfen. Sein Tod offenbarte, dass Menschen diese Gottesnähe nicht wollten und sich gegen Jesus verbündeten. Dass Gott ihn aber auferweckte, zeige: Gott steht hinter einem Leben, wie Jesus es führte.

Zum Gesprächsabend waren zehn Männer und Frauen mit ihren persönlichen Fragen und Überzeugungen gekommen. Sie dankten Antje Rösener für Informationen und Anregungen. Berührend erzählten sie Karfreitags-und Ostererfahrungen aus ihrem eigenen Leben. Dazu ermutigte sie am Schluss auch die Referentin: „Wenn sie als Pfarrerin oder Pfarrer, als Eltern und Großeltern, als Lehrerin und Lehrer anderen ihre Geschichten erzählen, gewinnen Sie Interessierte für den Glauben.“


Altarkreuz in der Stadtkirche Brilon

 
 
 
 
Warum musste Jesus sterben? Intensive Diskussion in Brilon über Herzstück des Glaubens
 

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