15.10.2017

Gemeindefest im Zeichen Martin Luthers


WARSTEIN. Im Familiengottesdienst in der Martin-Luther-Kirche thematisierte Pfarrerin Jutta Schorstein die reformatorische Erkenntnis: „Ich muss mir Gottes Gnade nicht verdienen, ich bekomme sie geschenkt. So eingestimmt trafen sich anschließend Jung und Alt im und rund um das Gemeindezentrum, wo eine Vielzahl freiwilliger Helfer und Mitarbeiter ein buntes Unterhaltungsprogramm vorbereitet hatten.

Dass zwischen Würstchengrill, Getränke- und Informationsständen, Glücksrad, Kuchentheke und Festzelt (kostümierte) Zeitgenossen des Reformators flanierten und damit zumindest kleidungstechnisch das Rad der Zeit um 500 Jahre zurückdrehten, zeigte: Das Reformationsjubiläum war allgegenwärtig. Die Glücksradgewinner bekamen erbauliche Luthersprüche mit auf den Weg. In einem Quiz konnten die Besucher ihr Wissen rund um Martin Luther testen lassen und von den Wänden des Gemeindezentrums mahnten Spruchbänder mit Luther-Ermahnungen zum friedlichen Miteinander: „Lasset die Geister aufeinander prallen aber die Fäuste haltet stille!

In der Kirche zitierte Pfarrer Uwe Müller am frühen Nachmittag aus Luthers Tischreden. Gemeinsam mit Jutta Schorstein bereitete er später die Lehren des Reformators kabarettistisch auf, wobei vor allem Aussagen, die diesem lediglich nachgesagt werden, für Erheiterung sorgten. Auch Verhaltensregeln für Kirchgänger, entnommen aus dem Reutlinger Gemeindeblatt des Jahres 1930, ließen die Zuhörer schmunzeln. „Bei schwächer besuchten Gottesdiensten, so hieß es, suche sich womöglich jeder seine eigene Bank aus, damit das kleine Häuflein wenigstens über den ganzen Raum verteilt ist“. Auch für den Gottesdienstbeginn gab es klare Regeln: „Man meine nicht, dass auch das Orgelspiel schon zum Gottesdienst gehöre. Man füllt diese Zeit am zweckmäßigsten durch eine gemütliche Plauderei mit dem Nebensitzer.“ Die Zeit des Schlussgesanges, so der Rat an die Gläubigen, benutzte man am besten dazu, Brille und Gebetbuch zu versorgen oder in den Taschen nach einem Groschen für den Klingelbeutel zu suchen: „Das Klappern der Geldstücke, besonders das Zuklappen der Handtaschen, ergibt ein angenehmes Schlussgeräusch und eine wohltuende Entspannung nach dem Gottesdienst.“ 

Während die Mitarbeiter der Kinderkirche Rüthen und Warstein im Philipp-Melanchthon-Haus mit Spielen und kreativen Angeboten für die Unterhaltung der Kleinsten sorgten und Jugendmitarbeiter zum Gang durch das Tor der Zeit einluden, rundeten Anke Dalberg, Bianka und Silke Hoppe, sowie Carl-Heinz Hilker mit Liedern, Gedichten und Lesungen das Programm in der Kirche ab.

Am Abend  mögen den Mitgliedern des Posaunenchores die Ohren gedröhnt haben. Unter der Überschrift „Mitmachen erlaubt“ hatten sie ihre Instrumente zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt. Chorleiterin Iris Lenze konnte eine positive Abschlussbilanz ziehen. Nach unzähligen Blasversuchen der Besucher muss sie sich keine Sorgen um den Erhalt des Posaunenchores machen: Der Nachwuchs ist gesichert.“ ig/WP Warstein


Bilder: Bärbel Müller und Ev. KG Warstein

 
 
 
 
Gemeindefest im Zeichen Martin Luthers
 

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