26.06.2017

Bibel-Glaube-Gnade und Weihnachten - Gemeindeglieder erzählen aus ihrem Leben


Körbecke. Auf der Außenbühne wechselten sich Jugendbands und Pfarrer Christian Casdorff mit seinen Gesprächsgästen auf dem roten Sofa ab. Der prächtig geschmückte Weihnachtsbaum steht neben dem Sofa. Zu Beginn jedes Interviews erklingt als Jingle „Vom Himmel hoch“ in einer peppigen Version. Allen Gesprächspartnern ist,  wichtig, Weihnachten mit der Familie zu feiern: „nie allein“, sagt einer und „immer mit dem Quempas-Liederbuch“ ein anderer. Sie geben faszinierend Einblicke in ihr Leben, als Casdorff sie in gut lutherischer Tradition allein nach der Bedeutung von Bibel, Glaube und Gnade in ihrem Leben fragt:

Martina Finkeldei, Presbyterin aus Lippstadt: Einer trage des anderen Last. Der Vers aus dem Galaterbrief war der Trauspruch des Ehepaares Finkeldei. „In den 32 Jahren unserer Ehe haben wir versucht, unsere Lasten zu teilen“. Seit fünf Jahren ist sie Witwe. Letztes Jahr heiratete ihre Tochter und hat sich den Trauspruch ihrer Eltern ausgesucht, „vielleicht auch weil wir das vorgelebt haben“, vermutet die Mutter.

Thomas Kossaibati: Seine Eltern sind Moslems und stammen aus dem Libanon. „Ich wurde hier gezeugt“, sagt der Unternehmer, der in Lippborg wohnt. In der katholischen Kirche ließ er sich taufen. Er findet: „Dass Menschen mir verzeihen, erlebe ich als Gnade“. Allen, die sich ausruhen wollen, empfiehlt er, den Jakobsweg zu pilgern. „Am dritten, vierten Tag kommt man runter und zur Ruhe“, hat er erlebt.

Helene Reitis: Die84-Jährige lebt auf einem Bauernhof in Heppen und ist aktiv in der Hohne-Gemeinde. Sie sagt: „Gläubig war ich immer, nur als Bäuerin hatte ich keine Zeit“. Als Witwe wurde sie gut in der Kirchengemeinde aufgenommen. Gnade war für sie, dass ihre Mutter als Flüchtling bei den Bauern melken konnte, obwohl sie Städterin war. Von ihrer Mutter hat sie ein altes Stickband aufgehoben mit den Worten: „Altes Brot ist nicht hart.-Kein Brot ist hart“.

Dr. Rolf Stieber: Der Pfarrer in der JVA Werl erlebte es als Gnade, dass eine Gruppe Mörder, die zu lebenslanger Gefängnisstrafe  verurteilt wurden, ihm beistanden, als seine erste Frau starb. Gottesdienste im Gefängnis eröffnet er so: „ Nicht im Namen des Volkes, sondern im Namen Gottes feiern wir.“ Das mache deutlich: „Gottes Freiheit dringt hinter Gefängnismauern und hinter die Mauern im eigenen Herzen.“

Jana Kampmann: Zur Konfirmation hat sich die 14-jährige aus Welver ein Wort aus dem Jakobusbrief ausgesucht: Seid aber Täter des Wortes und nicht Hörer allein. „Ich möchte auch machen – nicht nur zuhören.“ Und sie macht viel. Das zeigte sie während des Festes. Sie ist seit dem Teencamp, das sie als Konfirmandin erlebte, begeistertes Mitglied der Jugendband Hugo aus Soest.

Dr. Friedrich-Karl Schröder, Arnsberg-Hüsten: Als Narkosearzt auf der Intensivstation hat er schwer kranke und leidende Menschen kennengelernt. „Dagegen geht es mir vergleichsweise sehr gut“, blickt er auf 80 Lebensjahre zurück: „Ich musste nicht in den Krieg, habe den Krieg auf dem Dorf nicht mitbekommen, ich musste nie hungern, war nie schwer krank. Ich möchte mein ganzes Leben als Gnade bezeichnen.“  KKB


Christian Casdorff mit Martina Finkeldei

….mit Thomas Kossaibati

Helene Reitis mit dem Stickband ihrer Mutter

CC mit Rolf Stieber

...mit Jana Kampmann

… mit Friedrich-Karl Schröder

 
 
 
 
Bibel-Glaube-Gnade und Weihnachten - Gemeindeglieder erzählen aus ihrem Leben
 

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