23.06.2017

"Gabriela Hirsch - Ja" - Presbyterium wählt Pfarrerin


Neheim. Sommeranfang. In der Christuskirche ist es angenehm kühl am Abend. Feierlich zieht das Presbyterium, das die Ev. Kirchengemeinde leitet, durch den Mittelgang zum Gottesdienst ein. Einer von ihnen, David Krüger, begleitet an der Orgel den Gemeindegesang. Die anderen sitzen in den ersten Bänken. Sie sind die Hauptpersonen des Abends. Einige Gemeindeglieder, darunter zwei Konfirmanden, sind gekommen, um zu erleben, wie das Presbyterium die zweite Pfarrstelle der Kirchengemeinde durch eine Pfarrwahl wiederbesetzt. Vor 19 Jahren wurde mit Dr. Udo Arnoldi der letzte Pfarrer in Neheim gewählt. Er entscheidet jetzt mit über die Nachfolge von Pfarrerin Elisabeth Pakull, die im Januar die Gemeinde verlassen hat. Als einzige hat sich Pfarrerin Gabriela Hirsch auf die nur noch halbe Pfarrstelle beworben. Die Arnsbergerin ist seit 2003 Frauenreferentin im Kirchenkreis Arnsberg und zuständig für Angebote für Menschen in der Lebensmitte.

„Gabriela Hirsch – Ja“, ertönte es elfmal nach dem Gottesdienst. Das Presbyterium hatte sich gegen eine schriftliche Wahl entschieden und machte deutlich, dass es einstimmig die Stelle mit Gabriela Hirsch besetzen will. Mit diesem Wahlakt taten sie „das, was evangelisches Profil ausmacht“, hatte Superintendent Alfred Hammer zuvor betont: „Das Presbyterium wählt seine Pfarrer und Pfarrerinnen selbst. Niemand kann ihm da rein reden.“ Der Superintendent hatte eingeladen zum Wahlgottesdienst. Der Scriba, also der Schriftführer des Kreissynodalvorstands, an diesem Tag vertreten durch Pfarrer Burkhard Krieger aus Olsberg-Bestwig, hielt den Gottesdienst. Eindrücklich predigte er über das „Ja“, das Gott in Christus zu uns Menschen sagt: Darauf hören und daraus leben, das sei die Aufgabe der Christen und auch die Basis einer guten Wahl.

„Ordnung muss auch in der Kirche sein“, hatte der Superintendent vor der Wahl gesagt und mit Krieger zusammen festgestellt, dass der Termin der Wahl rechtzeitig bekannt gegeben worden war, dass alle Presbyter und Presbyterinnen anwesend waren und dass alle auf dem Wahlzettel ihre Unterschrift hinterließen. Die Abgabe der Stimmen dokumentierten Krieger und Alexander Still, der Vorsitzende des Neheimer Presbyteriums. Hammer wies darauf hin, dass Pfarrerin Gabriela Hirsch die Wahl erst annehmen kann, nachdem eine zweiwöchige Einspruchsfrist abgelaufen ist.

Nach der Wahl informierte Hammer die Gemeinde: Gabriela Hirsch wird Pfarrerin der Kirchengemeinde Neheim sein und von ihm nach Sundern entsandt, um dort die zweite Pfarrstelle, ebenfalls eine 50%-Stelle, zu versorgen. Einige hätten nach dem Gottesdienst gerne der Gewählten gratuliert. Sie war jedoch gemäß Absprache nicht da. „Ich werde sie anrufen und ihr von der Wahl berichten. Sie darf sich freuen, einstimmig gewählt worden zu sein“, sagte Hammer. Die Presbyterien von Neheim und Sundern werden die Dienstordnung für die neue Gemeindepfarrerin und den Tag des Einführungsgottesdienstes beschließen.KKB

 


Alfred Hammer bereitet die Wahl vor.

Burkhard Krieger überprüft die Anwesenheit der Presbyter/innen.

Alexander Still, rechts, hat die Stimmabgaben als zweiter dokumentiert.

Das Presbyterium nach der Wahl mit Burkhard Krieger, links, und Alfred Hammer, rechts. Bilder: KKB

 
 
 
 
"Gabriela Hirsch - Ja" - Presbyterium wählt Pfarrerin
 

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