14.06.2017

„Wir brauchen Humor.“ - Pfarrer Dietmar Schiwy predigte eindrücklich in seinem Entpflichtungsgottesdienst


Neheim. Im Herbst 1998 kam der leidenschaftliche Prediger, der die Kontroverse nicht scheut, als Vertretung in die Ev. Kirchengemeinde Neheim. Er unterstützte Pfarrerin Elisabeth Pakull nach der Verabschiedung von Pfarrer Carl-Ernst Kattwinkel und vor der Einführung von Pfarrer Dr.Udo Arnoldi. Am Sonntag nach Pfingsten wurde er in der Christuskirche Neheim von Superintendent Alfred Hammer als Pfarrer entpflichtet. Seit dem 1. April ist Schiwy aus gesundheitlichen Gründen im Ruhestand.
Der Neheimer Kirchengemeinde hielt Schiwy bis dahin die Treue, auch als er 2003 den Religionsunterricht am Berufskolleg Berliner Platz übernahm. Er war ein begeisterter Lehrer, wirkte an der Schule als Vertrauens-und Beratungslehrer und im Lehrerrat. Wenn sein Terminkalender es zuließ, übernahm er Gottesdienste. Neheimer Gemeindeglieder schätzten seine Passionsandachten, die immer an der Bibel orientiert waren und zum kritischen Nachdenken anregten. Seine Bereitschaft und Fähigkeit, sich Menschen zuzuwenden, verglich Hammer mit den Bemühungen eines Gärtners. Es sei ihm darum gegangen, Menschen mit dem Wort Gottes zu verbinden, mit dem er selbst auch immer wieder gerungen habe. „Du bist an Grenzen gegangen“, sagte Hammer, „auf die Grenze zwischen Kirche und Schule, aber auch an die Grenzen der eigenen Kraft.“
Schiwy gab in seiner Predigt Auskunft über seine Haltung zum Glauben und zur Bibel. Das Sauerland sei für ihn „gesegnetes Land“ gewesen. Hier werde respektiert, dass er sich als Zeuge der biblischen Botschaft verstehe und nicht auf ein mit Datum festgelegtes Berufungserlebnis zurückschaue, was ihm an anderen Orten zum Vorwurf gemacht worden war. „Ich habe mir öfter mal den Mund verbrannt“, gab er zu und machte deutlich, dass genau das in seinen Augen zum Pfarrberuf gehöre. Er predigte über die Weisheit, die im Alten Testament dem Schöpfergott ganz nahe ist, die spielt und tanzt, jedoch ernsthaft wie ein in sein Spiel vertieftes Kind. Spielfreude und Humor, das fehlt Schiwy heute oft in Kirche und Politik. Mit spielerischem Ernst rege man Menschen zum Dialog an. Und genau das sei heute nötig. „Wir brauchen Humor, damit wir uns nicht verlieren in unseren Ängsten“, lautete ein Spitzensatz seiner Predigt.
Humor wird ihm wohl auch helfen, sich im Ruhestand einzurichten. Im Entpflichtungsritual gab Hammer ihm die Freiheit, weiterhin zu predigen und die Sakramente zu feiern, aber „du darfst jetzt auch „Nein“ sagen“.
Musikalisch gestalteten den Gottesdienst der Neheimer Posaunenchor und Renate Beck an der Orgel. Pfarrer Udo Arnoldi, der Schiwy seit seiner Ausbildungszeit kennt, war für die Liturgie verantwortlich und dankte dem Kollegen beim Empfang im Gemeindehaus. Stefanie Schumacher, Neheimer Presbyterin, und Pfarrer Peter Heuermann, im Kirchenkreis zuständig für die Pfarrer und Pfarrerinnen an den Berufskollegs, segneten Dietmar Schiwy unter den Augen der Gemeindeglieder, zu denen auch Schiwys Familie und Kollegen und Kolleginnen aus der Schule und dem Kirchenkreis zählten. KKB


Der Prediger Dietmar Schiwy

V.l.n.r.: Pfr. Dr. Udo Arnoldi, Dietmar Schiwy, Superintendent Alfred Hammer, Presbyter Alexander Sill

Alfred Hammer dankt und

würdigt Dietmar Schiwy.

Segen für den entpflichteten Pfarrer Bilder: KKB

 
 
 
 
„Wir brauchen Humor.“ - Pfarrer Dietmar Schiwy predigte eindrücklich in seinem Entpflichtungsgottesdienst
 

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