04.05.2017

Auferstehung im Gemeindeleben - Gruppen gestalten aussagekräftige Holzfiguren


Olsberg-Bestwig. „Wo ist denn unsere Figur?“ fragte eine Besucherin, die vor Beginn des Gottesdiensts neugierig in den Vorraum der Martin-Luther-Kirche hineinschaute. Wie ihr ging es vielen der ca. 150 Besuchern, die aus allen Teilen der Auferstehungskirchengemeinde Olsberg-Bestwig gespannt auf den Beginn des Gottesdienstes warteten.

Pfarrer Dietmar Schorstein eröffnete ihn mit einem von Peter Raeggel geschriebenen szenischen Spiel. Pfarrer Frank Mönnig und Martin Patzsch kamen als traurige Jünger auf dem Weg nach Emmaus durch den Mittelgang. Vor dem Altarraum trafen sie auf eine Holzfigur, deren gestaltete Seite – wie alle Figuren im Kirchraum – nicht sichtbar war. Im Laufe des Gesprächs mit dem Unbekannten wurde dieser eingeladen, am gemeinsamen Mahl teilzunehmen. Während die Figur, aus dem Off gesprochen von Pfarrer Dirk Schmäring, Segensworte sprach und die beiden Jünger das Brot aßen, erkannten sie, dass Jesus vor ihnen stand. Die Figur wurde umgedreht und eine gemalte Darstellung des gekreuzigten und auferstandenen Jesus wendete sein Gesicht der Gemeinde zu. Die beiden Jünger priesen lautstark und von Orgelbrausen unterstützt die Auferstehung des Herrn.

In drei großen Runden feierten die Gemeindeglieder Abendmahl; im Kreis immer mit dabei die Jesus-Figur. Nach jeder Abendmahl-Runde wurde ein Teil der im Kirchraum verteilten Figuren umgedreht, so dass alle 26  für die Gemeinde sichtbar wurden.

Fast alle Gruppen der Gemeinde – von Siedlinghausen über Olsberg nach Bestwig bis nach Ramsbeck – haben sich Gedanken zum Thema Auferstehung gemacht. Frauengruppen, die Konfirmanden- und Jugendgruppen, Gebets- und Bibelkreise oder offene Gruppen haben über Auferstehung diskutiert, überlegt und die Figuren gestaltet. Auch Einzelpersonen, einige Altenheime und ein Flüchtlingstreff haben sich beteiligt. Während des Rundgangs tauschten sich die Gemeindeglieder intensiv über die Figuren und ihre Botschaften aus. Oft wurde der Übergang von Dunkel nach Hell dargestellt, aber auch Symbole wie Stricke oder Blütenzweige, Gedichte, Fotos oder Wortkarten wurden genutzt, um die Verbindung zum Thema herzustellen.

Jetzt stehen sie alle im Altarraum. Schön, dass auch die Kinder des Kinderchores sich Gedanken gemacht haben; sie haben viele bunte Schmetterlinge als Symbol der Auferstehung an eine Figur geheftet. Ergreifend war die Figur einer jungen Afghanin, die den Weg der Flüchtlinge aus Dunkelheit und Lebensbedrohung hin zu einem bunten und vielfältigen Leben darstellte. Lebensbejahend war auch eine tanzende, bunte Figur der Konfirmanden und für etwas aufstehen wollen die Frauen der Donnerstagsgruppe.

Bis zur Konfirmation bleiben die Figuren im Vorraum der Kirche; danach werden sie in den vier Kirchen aufgestellt. Danach gehen sie auf reisen: Schon jetzt haben sich Einrichtungen gemeldet, die alle oder einen Teil der Figuren ebenfalls für eine „Ausstellung“ nutzen wollen. Auch auf dem Pfarrfest der Katholischen Gemeinde St. Martinus in Bigge die evangelische Gemeinde einen Teil der Figuren präsentieren.

Text und Bilder: Martin Patzsch    Weitere Fotos:hier


 
 
 
 
Auferstehung im Gemeindeleben - Gruppen gestalten aussagekräftige Holzfiguren
 

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