05.12.2013

Heimat für drei Generationen - 60 Jahre Christuskirche in Belecke


Ein schönes Zuhau­se ist ein Rückzugsort, an dem ich zur Ruhe kommen und neue Kraft schöpfen kann, bevor ich wieder in die Welt da draußen hinausgehe." In seinem Gruß­wort zum 60. Geburtstag der Christuskirche verglich Pfarrer Uwe Müller das Gotteshaus mit einem solchen Raum. Seit der Einweihung am 15. November 1953 haben drei Generationen von Protestantinnen und Protes­tanten hier eine geistliche Hei­mat gefunden. Die 60. Wieder­kehr dieses bedeutenden Jah­restages feierte die Gemeinde am Wochenende mit einem Fest­gottesdienst, den Pfarrer Müller gemeinsam mit Pfarrerin Jutta Schorstein zelebrierte. Zum „Zeichen der Verbundenheit" stand ihnen der Leiter des ka­tholischen Pfarrverbundes, Pfar­rer Markus Gudermann, am Al­tar zur Seite.

In seiner Predigt blickte Uwe Müller zurück auf die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Belecke war damals ein ka­tholisch geprägter Ort mit knapp 2000 Einwohnern. Die ersten evangelischen Chris­ten kamen nach Vertreibung und Flucht aus dem Osten. Für sie war die Christuskirche ein Anker, der ihnen half, sich neu zu verwurzeln. 60 Jahre sind nach den Worten Müllers seitdem vergangen, „ob es noch weitere 60 Jahre geben wird, das liegt an uns allen". Fortbestehen könne das Gotteshaus nur, wenn die Gemeindeglieder sich dafür einsetzten.

Mit einem Dankeschön für die „gegenseitige Bereiche­rung" gratulierte Pfarrer Gu­dermann zum Jubiläum. Zwi­schen evangelischer und ka­tholischer Gemeinde werde lebendige Ökumene prakti­ziert und zwar über den Kirchturm hinaus". Als Sym­bol dafür überreichte er eine Kerze mit dem Abbild eines Labyrinths. „Es führt uns Christen auf dem Weg des Glaubens gemeinsam zur Mitte."

Die Glückwünsche der Bele­cker Bürgerschaft überbrach­te Ortsvorsteherin Elke Bert­ling. Sie selbst ist im Schatten der Christuskirche aufge­wachsen. „Wir beide sind so­gar ein Jahrgang." Besonders erfreut sei sie über die Annä­herung der beiden Konfessio­nen im Laufe der Jahrzehnte. „Heute pflegen wir ein gutes Miteinander und so soll es auch sein, denn wir Christen müssen zusammenhalten!"

Die Leiterin der Westerbergschule, Ursula Zuleger, be­schrieb die Christuskirche als „heimeligen Ort in der Nach­barschaft", der allen Kindern nicht nur zu den Jahresgot­tesdiensten offen stehe. „Auf diese Weise werden Hemm­schwellen abgebaut."

Im Na­men der Nachbarschaft übergab Erwin Grewe eine Spende, die zur Verbes­serung der (noch) unzurei­chenden Kirchenbeleuch­tung verwendet werden soll.

Klingende Geburtstagsgrü­ße überbrachte der Posau­nenchor unter der Leitung von Iris Lenze im Anschluss an den Gottesdienst. Zudem dokumentierte im „Musik­zelt" eine Bilderwand die Ereignisse aus 60 Jahren akti­ven Gemeindelebens, von der Kircheneinweihung bis zum Bau der Sellerschule (1960) und der Eröffnung des sog. Jugendheimes und Begeg­nungszentrum, dem heutigen „Paul-Ger­hardt-Haus" (1989).

Richtig gemütlich wurde es dann an der reichlich gedeck­ten Kaffeetafel. Das Organisationsteam, bestehend aus den Presbyterinnen Anke Frie, Anke Dahlberg, Gertrud Hillefeld und Presbyter Carl-Heinz Hilker haben sich für eine hervorragende Organisation der Geburtstagsfeier ver­dient gemacht.  Für die nicht enden wollende Zahl der Fest­gäste legten sie unermüdlich Hand an und das Paul-Gerhardt-Haus platzte buchstäblich aus allen Nähten. Dank der großen Unterstützung der Ortsgruppe des Malteser Hilfswerkes konnte auf dem Kirchplatz ein großes und beheiztes Zelt in Windeseile aufgebaut werden.

Zum parallel laufen­den „bunten Programm für Jung und Alt" zählte ein Schattenspiel-Theater der Jungschar vor dem Altar der Christuskirche.

Musikalisch begleitet von Mathias Hofmann und der Soester Sängerin Annette Subroweit erzählte Betty Römer-Götzelmann an gleicher Stelle über „Ännchen von Tharau, ihr Lied, ihr Leben". Einigen Zuhörern war es dabei ganz warm ums Herz geworden, hatten sie doch Ihre Wurzeln in Ostpreußen.

Text: I. Schmallenberg und C-H Hilker.
Bilder: Ev. KGM Warstein

 

 


 
 
 
 
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