01.02.2017

"Geh mit Gottes Segen" - Abschied von Pfarrerin Elisabeth Pakull


Neheim. „Wir lassen dieses Wunder Elisabeth Pakull von Neheim nach Hamm-Westünnen ziehen“, so verabschiedete sich Superintendent Alfred Hammer von Elisabeth Pakull, die sich Ende Januar nach 20 Dienstjahren von der Neheimer Gemeinde verabschiedete. Mit der Bezeichnung „Wunder“ bezog  Hammer sich auf Pakulls Predigt, die -wie üblich- klar, kurz und kompakt war und in der sie über ihr Verständnis von Glauben und naturwissenschaftlichen Erkenntnissen Rechenschaft ablegte: „Ich staune über die Erkenntnisse der Naturwissenschaften auf der Grundlage meines Glaubens, sagte sie und: Sie ärgere sich über Menschen, die aus der Kirche austreten, weil sie meinen, sie müssten glauben, die Welt sei in sieben Tagen erschaffen worden. Diese Pfarrerin liebt klare Worte und riskiert auch mal eine Auseinandersetzung, das erzählte Pfarrer Dietmar Schulte von der katholischen Gemeinde, aber noch wichtiger war ihm die Freude über die gelungene ökumenische Zusammenarbeit. Er erinnerte an ökumenische Tauffeste, bei denen sie beide zusammen gepredigt haben. Der stellvertretende Bürgermeister Ewald Hille dankte der Pfarrerin für ihre Initiativen im Bereich der Seniorenarbeit: „Das ist ja ein großes Interesse der Stadt Arnsberg“. Zuvor hatte Ursula Mex, Teammitglied im Besuchsdienstkreis, erinnert, dass Elisabeth Pakull diesen vor 17 Jahren gegründet habe.
Vieles hat die Pfarrerin bewegt. Das zeigten der Frauenkreis, darüber trugen die Kindergärtnerinnen und auch Pfarrerin Ulrike Rüter aus der Ev. Kirchgemeinde Hüsten Gedichte vor. Pfarrer Dr. Udo Arnoldi blickte zurück auf 18 Jahre Zusammenarbeit. Er dankte seiner Kollegin für Vertrautheit, Verschwiegenheit und Verlässlichkeit. „Auch wenn wir manchmal unterschiedlicher Meinung waren, wir haben uns auseinandergesetzt und uns akzeptiert.“ Johanna Vollmer dankte für die Gastfreundschaft der Pfarrerin, die sich seit den 90-er Jahren bemüht hat, im Gemeindehaus oder der Pauluskirche Räume für die Flüchtlingsinitiative zu beschaffen.
Die Neheimer werden Elisabeth Pakull vermissen, „Ihre kräftige Stimme im Gottesdienst. Jetzt müssen wir alleine singen“, meinte Gundl Busse vom Presbyterium in ihrem Beitrag, in dem sich Wehmut und Humor mischten. Das Leitungsgremium schenkte Elisabeth Pakull einen bunten Frühlingsstrauß und eine Tasche, in der sie in Zukunft ihren Talar angemessen transportieren kann.
Superintendent Hammer forderte am Ende des Gottesdienstes die Mitglieder des Presbytertiums auf, sich um die scheidende Pfarrerin zu gruppieren. „Wir geben dir den Segen Gottes mit, das Kostbarste, was wir haben.“ ER, Arnoldi und Presbyterin Stefanie Schumacher legten Elisabeth Pakull die Hände auf.
Elisabeth Pakull bedankte sich: „Ich bin gerührt und froh, dass Sie nur Gutes über mich gesagt haben.“ Beim Aufräumen habe sie den Schlüssel entdeckt, den Pfarrer Werner Bühner ihr zur Einführung am 16. März 1997 überreicht habe. Den gab sie nun – begleitet von Applaus - Alexander Still weiter, dem neuen Vorsitzenden des Neheimer Presbyteriums.
Der Gottesdienst und die anschließende Feier fanden statt in der Paulskirche, in deren Nachbarschaft Elisabeth Pakull und ihre Familie in den vergangenen 20 Jahren gelebt haben. Der helle Raum aus roten Ziegelsteinen zeigte sich in einem gastfreundlichen Licht mit Kuchen- und Getränkebar, Stehtischen und gedeckten Tischen mit Stühlen, an denen die Gäste gerne zum Kaffeetrinken Platz nahmen.

Text und Bilder: KKB


Dank vom Presbyterium

Der Kirchenschlüssel fürs Presbyterium

 
 
 
 
"Geh mit Gottes Segen" - Abschied von Pfarrerin Elisabeth Pakull
 

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