30.01.2017

Wir wollen zurückdenken - Erzählnacht -10 Jahre nach Kyrill


Arnsberg. Am 19. Januar 2007 tobte der Orkan Kyrill über Deutschland, im Zentrum war das Sauerland. Er forderte Todesopfer und Verletzte. Er zerstörte teilweise Existenzen. „Das wollen wir heute in Erinnerung rufen. Diese fürchterliche Nacht und das, was danach kam. Wir wollen uns gegenseitig erzählen. Das wird uns helfen das Ganze aufzuarbeiten und für manche ein Trost sein.“ So leitete Regierungspräsidentin Diana Ewert die Erzählnacht „10 Jahre  nach Kyrill“ ein, zu der sie Menschen ins Forstbildungszentrum in Neheim eingeladen hatte, die beispielhaft an das erinnerten, was sie als Waldbauern, als Feuerwehr und Rettungskräfte, als Mitarbeiterin beim Wetterdienst, als Forstdirektor und als Ranger erlebt haben. Bevor Nicola Collas von Radio Sauerland die Runde der Erzählungen eröffnete, feierten Superintendent Alfred Hammer und Dechant Hubertus Böttcher einen ökumenischen Gottesdienst mit den Gästen.
Sie gedachten der Toten und der Verletzten, sie erinnerten an die Urgewalt de Sturms, eröffneten aber auch Bilder der Hoffnung, indem sie aus dem Buch der Offenbarung an die heilende Kraft der von Gott gepflanzten Bäume  vorlasen und predigten und den Baum in einer Meditation als Leben, das im Glauben wurzelt, vorstellten. Trauer hatte in diesem Gottesdienst Raum, aber auch: Dankbarkeit für Rettung und Bewahrt werden, Freude über Gemeinschaft, die beim Aufräumen, Wiederaufführten, beim miteinander Aushalten der schweren Situation wie ein Geschenk erfahren wurde. „Der Gottesdienst wurde allseits als sehr wohltuend und inhaltlich überaus gelungen empfunden“, sagte ein Mitarbeiter der Bezirksregierung anschließend, dem e gut getan hatte, sich auf diese Weise zu sammeln.
Bei einer Kartoffelsuppe mit Fleischwurst, ein typisches Gericht, das Helfern und Waldarbeitern gereicht wurde, die die Folgend er Katastrophe sichteten und beheben mussten, kamen die Gäste miteinander ins Gespräch. Das bereitete die Erzählungen vor, in denen die Gäste sich erinnerten an das Unbegreifbare, eine Naturkatastrophe im Sauerland, wo es doch sonst immer gut ausgeht, die Hilflosigkeit der Helfer, wenn umgestürzte Bäume die Zuwege versperrten, die Tatkraft der offiziellen Stellen, der Waldbauern und der Forstbetriebe. Dr. Gerrit Bub, Forstamtsleiter aus Brilon, bewarb sich einen Tag vor Kyrill um die Stelle bei der Stadt. Einen Tag nach Kyrill bekam er die Zusage. 10 Jahre danach sagt er: „Kyrill und seine Folgen werden mich mein ganzes Berufsleben lang beschäftigen.“ In Brilon hat er den Bürgerwald begründet. In Brilon steht auch das Kyrill-Tor, das an die Schreckensnacht erinnert, symbolisch auch den Weg in die Zukunft zeigt.
Rückblick macht auch der Kyrill-Pfad auf dem Rothaarsteig möglich. Ranger Fred Josef Hansen lud alle ein, sich bei ihm zu melden: „Wir führen Sie über dn Pfad.“ Hier ist bis heute zu erkennen, was ein Orkan anrichten konnte, aber auch wie stark die Natur ist, die sich diesen Bereich ungezähmt zurück erobert.
Es war eine gute Idee von Regierungspräsidentin Diana Ewert und ihrem Team, zu einem solchen Abend einzuladen. Die Bezirksregierung erinnert an Kyrill in ihrem Blog auf www.bezreg-arnsberg.nrw.de/kyrill/    Hier ist auch die einstündige Sondersendung von Radio Sauerland über den Erinnerungsabend gespeichert. KKB


Alfred Hammer predigt im ökumenischen Gottesdienst zum Kyrill-Gedenken

Von links: Nicola Collas Diana Ewert mit Petra Stielicke (Wetterdienst Kahler Asten), Dr. Gerrit Bub, André Pieper (Freiwillige Feuerwehr Siedlinghausen)

 
 
 
 
Wir wollen zurückdenken - Erzählnacht -10 Jahre nach Kyrill
 

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