26.11.2016

Der Osten singt - Gemischter Chor aus drei Gemeinden probt Luther-Pop-Oratorium


Olsberg-Bestwig/Brilon/Marsberg. Am Ewigkeitssonntag startete ein Reisebus am Busbahnhof Olsberg. 11 Jugendliche im Alter zwischen 10 und 17 stiegen mit ihrer Chorleiterin Annette Wallhorn ein, außerdem noch vier Erwachsene aus Bestwig. Über Brilon und Marsberg, wo über dreißig Männer und Frauen und einige Kinder zustiegen, ging die Fahrt nach Halle in Westfalen. Die 50 Sauerländer bildeten dort mit über 300 Menschen aus Westfalen, Berlin, Marburg ein Viertel des großen Chores, der am 11. März das Luther-Pop-Oratorium von Michael Falk und Peter Kunze aufführen wird. Marcel Volkmann von der Creativen Kirche Witten, die die Tournee des Oratoriums durch Deutschland organisiert und mit insgesamt 20.000 Sängerinnen und Sängern, Solisten, einer Rockband und einem Orchester Luthers Leben auf die Bühne bringt, begeisterte sich: "Wir sind die singende Gemeinde nach Luthers Vorbild", und wünschte allen als Aha-Effekt: "So ist das, wenn mein kleiner Chor zum großen wird."  Fetzige Musik lud ein zum rhythmischen Klatschen. Dann erschien Matthias Nagel, westfälischer Pop-Professor: Sa-ne-lla, Nu-tue-lla-, Wo-lle, Kno-lle - mit diesen Silben kletterten kräftige Stimmen die Tonleiter rauf und runter. Alle bliesen Wölkchen in die Luft und massierten ihre Wangenmuskeln. Anhand eines genauen Zeitplans führte Nagel den Riesenchor durch das ganze Oratorium, wiederholte einfache Stellen und übte genau schwierige vierstimmige Passagen ein. Bei leichten Ermüdungserscheinungen heiterte er die Sänger und Sängerinnen mit Scherzen auf.  „Ein Chor“, so hatte Marcel Volkmann zu Beginn gesagt, „ist eine gute Gemeinde; wer die Töne noch nicht so gut kann, lässt sich von denen, die es schon besser können, tragen. Und wenn mal ein Ton falsch ist, solle niemand sich ärgern, „sondern einfach gut. aussehen, in die Kamera schauen und damit rechnen, dass das eigene Bild auf der großen Leinwand dem Publikum gezeigt wird". Die Zuversicht der Probenleiter ermutigte auch die, die sich noch unsicher fühlten.
Abends waren alle müde aber auch glücklich über die gelungene Probe. Sie hatten gehört, worauf es ankommt: saubere Absprachen der Konsonanten, Pausen, das Geheimnis der Popmusik, und immer etwas zurückgelehnt singen. „Wenn ihr den Eindruck habt, ihr seid zu spät, dann ist es genau richtig, erklärte Nagel das Timing der Popmusik.
Der gemischte Chor aus dem Osten des Kirchenkreises Arnsberg hatte viel Spaß, die meisten merkten jedoch auch, dass sie noch ganz schön oft mit ihren Stimmen-CDs üben müssen. Im März, eine Woche vor der Aufführung, ist die nächste Regionalprobe in Halle angesetzt. „Gut, dass wir vorher noch einmal mit Gerd Weimar proben“, darin stimmen die Sauerländer überein.
Die Idee, in Halle mitzusingen, entstand am Reformationstag 2015, als die Gemeinden in der Region Ost zusammen nach Dortmund fuhren und in der Westfalenhalle die Uraufführung des Oratorium miterlebten. Pfarrer Rainer Müller meldete einen Projektchor an, der sich nur dreimal vor der ersten Probe in Halle zum Üben getroffen hatte.


 
 
 
 
Der Osten singt - Gemischter Chor aus drei Gemeinden probt Luther-Pop-Oratorium
 

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