05.11.2016

Offen in der Öffentlichkeit - Kirche und Stadt dankbar für Zusammenarbeit


Hüsten. „Wenn eine evangelische Kirchengemeinde visitiert wird, kommen immer auch die Kooperationspartner in den Blick“, gab Superintendent Alfred Hammer die Richtung des Gesprächs zwischen Vertretern der Stadt Arnsberg , Vertretern der Kirchengemeinde Hüsten und Mitgliedern des kreiskirchlichen Visitationsteams bekannt. Seiner Einladung zum Arbeitsessen waren Arnsbergs Bürgermeister Hans-Josef Vogel, seine Stellvertreterin Rosemarie Goldner, Helmut Melchert (Allgemeine und soziale Bürgerdienste) und Stefan Wulf (Büro für Zuwanderung und Integration) von der Stadtverwaltung gefolgt. Länger als zwei Stunden betraf das Gespräch gemeinsame Themen: die Bedeutung und Finanzierung der Kindertagesstätten, die Integration von Schutzsuchenden und Menschen auf der Flucht, die Zunahme älterer Menschen innerhalb der Bevölkerung und wachsende Armut. „Wir werden kleiner, ärmer und älter“, heißt es schon lange, wenn die Evangelische Kirche in Deutschland und auch im Sauerland Szenarien entwickelt. „Doch wir fürchten uns nicht“, sagt Hammer.

Vogel schilderte die offene und auf vollständige Integration angelegte Politik der Stadt. Ihr Ziel ist es, alle Asylsuchenden in eigenen Wohnungen unterzubringen. Sammelunterkünfte verhindern Integration. „Das Ausländeramt nutzt Ermessensspieleräume im Sinne der Flüchtlinge“, und wird dabei von der Arnsberger Bevölkerung unterstützt: „Wir haben noch nie eine solche Welle der Hilfsbereitschaft erlebt“, sagt Melchert. Arnsberg ist eine bunte Stadt geworden: Menschen aus 110 Nationen leben hier und 60 Sprachen werden gesprochen.
Kirche ist in Vogels Augen eine öffentliche Sache: Damit bezieht er sich auf ihre Gottesdienste „Fürbitten fördern den Respekt gegenüber anderen Menschen“ und ihre Stellungnahme zu öffentlichen Angelegenheiten: „Kirche soll offen seien und ihre Stimme erheben und soll Beispiele erzählen von gelingendem Zusammenleben.“
Hammer weiß um das Engagement der Stadt Arnsberg in den Kindergärten: „Unsere Haushalte können keine Sozialarbeiterin in einem Brennpunkt-Kindergarten bezahlen, die Stadt Arnsberg hat das im Martin-Luther-Kindergarten getan.“ Im Bereich der Seniorenarbeit  ist Arnsberg schon lange gut aufgestellt: „Wir unterstützen Angehörige Demenzkranker, und fördern das selbstbestimmte Leben im Alter.“ Die Ev. Kirchengemeinde Hüsten hat als einzige im Kirchenkreis Arnsberg eine Mitarbeiterin für Altenarbeit eingestellt. Im Kuratorium des Ernst-Wilm-Hauses arbeiten Pfarrer Reinhard Weiß und Helmut Melchert zusammen. Kirche und Stadt wissen, dass hier ein wichtiges Arbeitsgebiet in Vorbereitung auf die Zukunft liegt. Diakoniepfarrer Peter Sinn fragte, ob Armut in Arnsberg wachse. Die Vertreter der Stadt sehen dies hauptsächlich im Bereich der Familien mit alleinerziehenden Eltern. „Bildung, Bildung, Bildung“ ist unsere Antwort“, sagt Vogel. Ihm liegt daran, dass durch öffentliche Gelder auch Kindern aus benachteiligenden Familien und Flüchtlingen Zugang zur und Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht wird.
Text und Bild: KKB


Kirche und Stadt brauchen sich gegenseitig, stellten Vertreter der Stadt und des Ev. Kirchenkreises Arnsberg und der Ev. Kirchengemeinde Hüsten fest.

 
 
 
 
Offen in der Öffentlichkeit - Kirche und Stadt dankbar für Zusammenarbeit
 

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