03.11.2016

Ökumenisches Visitationsgespräch am Reformationstag


Hüsten. Ganz bewusst hatte Superintendent Alfred Hammer, Evangelischer Kirchenkreis Arnsberg, im Rahmen der Visitation der Evangelischen Kirchengemeinde Hüsten, das Gespräch mit der katholischen Gemeinde auf den  Reformationstag gelegt. „Der Reformationstag ist kein Kampftag mehr. Indem ich Sie an unserem Festtag einlade, möchte ich Ihnen meine Wertschätzung ausdrücken“, begrüßte er die katholischen Gäste beim Arbeitsessen. 

Daniel Meiworm, neuer leitender Pfarrer der Großpfarrei St. Petri, Vikar Dominik Niemiec und Gemeindereferentin Christiane Feldmann, beide an St. Petri, und  Josef Slowik, Pfarrer an der Heilig-Geist-Kirche, zeigten ihre Freude über die Einladung. In Hüsten stimmt nicht nur geographisch das Gebiet des Pastoralen Raumes und der Ev. Kirchengemeinde überein. Auch im Veranstaltungskalender gibt es Schnittmengen. Die Ökumenische Kinderbibelwoche, die ökumenischen Nachtgebete, Kanzeltausch, die gemeinsame Reise an die Luther-Stätten, und die Unterstützung der Flüchtlinge sind einige Beispiele. Schon lange arbeiten sie nach der Devise zusammen: „Wir fragen nicht, was wir gemeinsam tun können, sondern wir fragen uns, warum wir etwas nicht gemeinsam tun“, erläuterte Reinhard Weiß, evangelischer Gemeindepfarrer. „Wir leben im Alltag zusammen und arbeiten in der Kirche zusammen“, fasst seine Pfarrkollegin Ulrike Rüter ihre Wahrnehmung zusammen. Christiane Feldmann sieht es so: „Da, wo gearbeitet wird, fragt niemand nach der Konfession.“

Meiworm bewegt immer wieder der Wunsch konfessionsverbundener Ehepaare, zusammen Eucharistie feiern zu können. Pfarrer und Professor Matthias Haudel, Spezialist für Ökumene-Fragen aus dem Besuchsteam, ermutigte beide Gemeindevertretungen, sich an ihre Kirchenleitungen zu wenden und deutlich zu machen, dass von der Basis der Wunsch nach praktischer Ökumene komme. Die theologischen Hindernisse seien größtenteils ausgeräumt. „Es ist viel zusammen möglich.“
Reinhard Weiß ist dankbar, dass in Müschede und in Holzen evangelische Gottesdienste in den katholischen Kirchen gefeiert werden können. Haudel empfahl, einen Vertrag über eine ökumenische Gemeindepartnerschaft abzuschließen und in Hüsten eine Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirche. zu gründen. Es sei wichtig, das gute Miteinander institutionell zu verankern. Pfarrerin Margot Bell, die im Evangelischen . Kirchenkreis für die internationale Ökumene verantwortlich ist, informierte über die Aktion „Brot der Gerechtigkeit“: Evangelische und katholische Jugendliche backen Brot und verkaufen es zum Beispiel am Reformationstag 2017 bei einem ökumenischen Fest. Diesen Festtag hat das evangelische Presbyterium schon im Blick, erzählen Weiß und Rüter. Ihre Ideen wollen sie gerne mit den Katholiken besprechen um, wie alle es wollen, 2017 am Reformationstag gemeinsam ein Christusfest zu feiern. An dem Tag ein gemeinsames Agapemahl zu begehen, wünscht sich Ulrike Rüter. Christiane Feldmann stimmt ein: „Lasst uns oft zusammen essen.“ Das taten zunächst die Mitglieder des Visitationsteams mit ihren Gästen und rundeten so das Gespräch ab. KKB 

Gruppenbild: Hinten, v.l.: Josef Slowik, Alfred Hammer, Reinhard Weiß, Matthias Haudel, Dominik Niemiec, Ulrike Rüter, Christina Bergmann, Rainer Müller
vorne v.l.: Margot Bell, Anne Sauerwald, Christiane Feldmann, Daniel Meiworm


Gemeinsam reden und essen

Noch mehr Gemeinsames ist möglich-stellte die ökumenische Gesprächsgruppe fest.

 
 
 
 
Ökumenisches Visitationsgespräch am Reformationstag
 

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