02.12.2013

Sicherheitseinbehalt für Strukturwandel - Kreissynode Arnsberg betreibt umsichtige Zukunftsplanung


Am Samstag vor dem ersten Advent(30. November) beschloss die Herbstsynode des evangelischen Kirchenkreises im Mescheder Kreishaus den Haushalt 2014 für den Kirchenkreis und die 11 Gemeinden in Höhe von 5,7 Millionen Euro. Dieser Betrag entspricht dem Haushalt 2012, dessen Abschluss die Synode ebenfalls einmütig annahm.

 Mit etwas über 460 Millionen Euro, die für das Jahr 2013 inzwischen erwartet werden, sind die westfälischen Kirchensteuereinnahmen fast auf dem Stand von 1992. „Mit dem Geld können wir allerdings wegen der gestiegenen Personalkosten, der Inflationsrate und der gesunken Zinsen erheblich weniger finanzieren als 1992“, erklärte Matthias Tast aus Bestwig, Vorsitzender des Finanzausschusses. Der Kirchenkreis kalkuliert für den künftigen Haushalt 2014 mit einer um 5 Millionen Euro niedrigeren Einnahme an Kirchensteuern als die Ev. Kirche von Westfalen (440 Mio. Euro). „Dieser Sicherheitseinbehalt erlaubt es uns, auf Mehreinnahmen zu hoffen, die bei dem weiterhin anstehendem Strukturwandel helfen können. Außerdem erspart es uns bei einem unerwarteten Konjunktureinbruch auf ungedeckte Haushalte reagieren zu müssen“, begründete Verwaltungsleiter Bernd Göbert diese im Kirchenkreis bewährte Praxis.

Von den rund 5 Mio. Euro Kirchensteuereinnahmen fließen: jeweils 1,7 Mio. Euro in die Pfarrbesoldung und die Kirchengemeinden, 680.000 Euro in die Leitung des Kirchenkreises incl. Verwaltung, 346.000 Euro in die kreiskirchlichen Arbeitsbereiche und 184.000 Euro in die acht Kindergärten in Neheim, Hüsten, Sundern, Arnsberg, Warstein, Meschede und Marsberg.

Patenregelung angepasst
Superintendent Alfred Hammer berichtete von der Landessynode in Bielefeld: „ Ab Januar 2014 gilt eine Änderung der Kirchenordnung in Westfalen: „Alle Kinder können getauft werden.“ Entsprechend der Wünsche der Sauerländer Presbyterien ist für eine Taufe ein Pate nötig, der einer der Kirchen angehört, die in der Magdeburger Erklärung gegenseitig ihre Taufe anerkannt haben. Dazu gehört die katholische Kirche. Mit Zustimmung des Presbyteriums können sogar Kinder ohne Paten getauft werden. Dann muss allerdings ein Elternteil zwingend evangelisch sein.

Pfarrstellenentwicklung
Hammer informierte über die Pfarrstellenentwicklung. Aktuell wird mit 19 Pfarrstellen gerechnet. „Diese Pfarrer und Pfarrerinnen wollen wir hier behalten.“ Ab 2015 würden sinkende Kirchensteuereinnahmen erwartet. Deshalb sei auch nach 2014 die Zahlung einer Diaspora-Sonderzulage von rund 280.000 Euro dringend nötig. „Sonst können wir uns in der Fläche kaum halten.“ Im März 2014 wird in Bielefeld die Entscheidung fallen.

Vertrauen in Neheimer Presbyterium
Zu den aktuellen Ereignissen in der Kirchengemeinde Neheim sagte er: In der Auseinandersetzung um die Gebäudeentwicklung sei das Presbyterium gewissenhaft mit allen Absprachen umgegangen. Die Kritiker hingegen hätten sich nicht daran gehalten und Personen verunglimpft. „Die Kirchenkreisleitung, die Landeskirche und ich vertrauen dem Presbyterium.“ Er bedaure, aber respektiere den Rücktritt des Vorsitzenden Alexander Still.

Öffentliche Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare

Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer aus Meschede berichtete vom Diskussionsprozess über das westfälische Impulspapier „Familien heute“. Es stoße auf große Resonanz. „Familie als dauernde und für einander verantwortliche Gemeinschaft zu verstehen, beziehe auch Alleinstehende, Alleinerziehende, Patchworkfamilien und gleichgeschlechtliche Paare in den Begriff ein. Die Landessynode nimmt das ernst: Ohne die Bedeutung von Ehe und traditioneller Familie einzuschränken, fordert sie die Kirchengemeinden auf, den Wunsch gleichgeschlechtlicher Paare nach öffentlichen Segnungsgottesdiensten anzuerkennen.

Personal-und Sachmittelausstattung der kreiskirchlichen Verwaltung
Verwaltungsleiter Kurt Drees aus Dortmund stellte den Synodalen ein Gutachten zur Personal- und Sachmittelausstattung kreiskirchlicher Verwaltungen vor (PSA), das in den vergangenen Monaten erstellt worden war. Daraus gehe hervor, dass das Kreiskirchenamt in Soest, das für die beiden Kirchenkreise Arnsberg und Soest zuständig ist, sehr sparsam, aber ausreichend ausgestattet ist. Bei evtl. Rückgang ehrenamtlicher Gebäudeverwaltung in den Kirchengemeinden müsse das Kreiskirchenamt jedoch auf Dauer Personal aufstocken.

Unterstützung für Flüchtlingsarbeit
Angesichts der Tatsache, dass täglich ein Flüchtling ins Sauerland kommt, beauftragte die Synode den Finanzausschuss zu prüfen, ob dieser Arbeitsbereich aus Mitteln der Finanzgemeinschaft in den nächsten fünf Jahren verlässlichen unterstützt werden kann..

Grüße überbrachten Oberkirchenrat Dr. Arne Kupke aus Bielefeld, Synodalassessor Volker Neuhoff aus dem Kirchenkreis Soest. Pfarrerin Anne Kathrin Kemper (Berufskolleg Brilon) hatte in ihrer Andacht die Synodalen aufgefordert, mutig und ehrlich ihren Glauben und ihre Meinung zu äußern.

Die Kreissynode
Die Kreissynode ist das oberste Entscheidungsgremium des Kirchenkreises. Sie setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der 13 Presbyterien, den Leitungsgremien der Kirchengemeinden, den Gemeinde-und Kreispfarrer/innen und berufenen Mitgliedern zusammen. Zurzeit gehören der Synode ca. 66 stimmberechtigte und zusätzliche Mitglieder mit beratender stimme an. Zweimal im Jahr tritt die Kreissynode zusammen. Sie behandelt Schwerpunktthemen des kirchlichen Lebens und beschließt den Haushalt für das kommende Jahr. Die Kreissynode tagt öffentlich und meistens im Kreishaus Meschede.

Text und Bilder: KKB


Der ideale Ort für die Sitzungen der Kreissynode- das Kreishaus in Meschede.

Das Foyer des Kreishauses dient den informellen Gesprächen der evangelischen Synodalen.

 
 
 
 
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