21.11.2013

Flucht und Zuflucht - Schweigemarsch und interreligiöses Friedensgebet zum 9. November 2013 in Meschede


Ein großer Kreis von Einrichtungen und Persönlichkeiten hatte eingeladen und zahlreiche engagierte Menschen waren gekommen. Pater Cosmas begrüßte die Anwesenden auf dem Stiftsplatz. Er erinnerte an einige Schicksale jüdischer Familien aus Meschede in der Nazi-Zeit und richtete dann den Blick auf die Gegenwart: „Für die Bereitschaft, Flüchtlingen Zuflucht und Schutz anzubieten, setzt der Schweigemarsch ein Zeichen der Solidarität und möchte zu Offenheit und Begegnung ermutigen.“

Auf dem jüdischen Friedhof gedachte Michael Hermes aller jüdischer Mescheder, die unter den NS-Gewaltherrschaft zu Tode gekommen sind oder deren Schicksal im Dunkeln liegt. Ihre Namen wurden verlesen.

Vor der Alten Synagoge bezog Pfarrerin Karin Neumann-Arnoldi das Psalmwort: „Wie schön ist deine Güte, Gott, wenn Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben“ (Psalm 36, 8), auf die aktuelle Situation von Asylsuchenden in Deutschland heute. Sie gab auf eindrückliche Weise eine Übersicht über Annahme und Ablehnung der Asylanträge in Deutschland, wie viele Flüchtlinge gar nicht erst in unser Land kommen und dass ein Vielfaches von Flüchtlingen in anderen Ländern Aufnahme finden, im Libanon, in der Türkei oder in Jordanien.

Beim anschließenden interreligiösen Friedensgebet in der Alten Synagoge war das Bürgerzentrum knapp voll besetzt. Beteiligt waren von katholischer Seite Pastor Reinhold Schlappa und Pater Cosmas, Pfarrerin Neumann-Arnoldi sprach für die evangelische Gemeinde und Hodscha Vedat Tekin für die Mescheder Moschee. Die Texte aus Bibel und Koran standen unter dem Thema: „Flucht und Zuflucht“ gewidmet. Anne Sauerwald musizierte am Flügel unterstrich den würdigen Rahmen des Friedensgebets, das mit einem gemeinsamen Gebet endete, gesprochen vom Hodscha und den christlichen Theologen:

Du einziger Gott, Schöpfer der Welt und Allerbarmer,
Gott unseres Lebens, unserer einen Welt,
unserer gemeinsamen Zukunft.
Uns Menschen hast Du nach deinem Bild und Gleichnis geschaffen,
wir alle sind dein Ebenbild.
Allen, die Dich in Wahrheit suchen,
hast Du den Hunger und Durst nach Gerechtigkeit
und die Sehnsucht nach Frieden gegeben.

Als Kinder Abrahams,
der uns im Glauben ein Vorbild ist,
sind wir berufen an einer neuen Welt zu bauen
und Werkzeuge des Friedens zu werden.
Hilf, dass alle Menschen guten Willens miteinander
die Berge der Vorurteile abtragen,
die Gräben der Missverständnisse zuschütten
und die Wege für eine gemeinsame Zukunft ebnen. Amen

Text und Bild vom Friedhof: Wilfried Oertel  
Foto vom Schweigemarsch: Theresa Schnettler

 

 

 


 
 
 
 
Flucht und Zuflucht -  Schweigemarsch und interreligiöses Friedensgebet zum 9. November 2013 in Meschede
 

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