04.03.2016

Sprachenkenntnisse bauen Brücken zwischen Menschen - Hohe Resonanz auf Dolmetscherkurs in Meschede


Meschede. Das erste Treffen im Januar fiel wegen plötzlichen Schneefalls aus. Einen Monat später kamen drei Frauen und sieben Männer ins Gemeinsame Kirchenzentrum zum Dolmetscherkurs der Evangelischen Erwachsenenbildung. Geleitet wird er von der hauptamtlichen pädagogischen Mitarbeiterin Susanne Schulze und Erziehungswissenschaftlerin Jenny Kullmann aus Arnsberg. Freundlich ermutigten sie die Dolmetscher aus Syrien, Albanien, Algerien, Afghanistan und Serbien sich einander vorzustellen. Anhand von Fotos sprechen die Teilnehmenden über ihre Erfahrungen beim Dolmetschen und ihre Motivationen zum Ehrenamt. Schon während dieser ersten Runde wurde deutlich: Susanne Schulze und Jenny Kullmann sind umgeben von Sprachtalenten, deren vielfältige Sprachkenntnisse ein Segen sind. Einige sprechen flüssiger Englisch als Deutsch, ihre Beiträge übersetzten andere ins Arabische. Es war kein babylonisches Sprachengewirr, sondern ein geistvoller Austausch, bei dem die, die in mehreren Sprachen zu Hause sind, wertvolle Brücken zwischen den Teilnehmern bauten. Gerne spricht Vitija aus Pristina im Kosovo über seine Liebe zur Sprache und seine Lust an der Verständigung. 25 Jahre lebt er mit seiner Frau und seinen vier Kindern in Neheim. Geld verdienen die Erwachsenen, indem sie Werbeblättchen verteilen. Dolmetschen ist für ihn echtes Ehrenamt, denn:  „Kommunikation ist Nahrung für mich.“ Zwei-bis dreimal pro Woche kommt er als Dolmetscher in den Ausländerämtern, Arztpraxen, Krankenhäusern oder Sportvereinen zum Einsatz. Stolz erzählt er, dass er in den letzten Wochen 12 Menschen in Sportvereine vermittelt habe. Seine Liebe zum gesprochenen und geschriebenen Wort motiviert Vitija auch, als Schriftsteller zu arbeiten.
Einmal im Monat trifft sich die Arbeitsgruppe von 16.00 -20.15 Uhr im Gemeinsamen Kirchenzentrum in Meschede. Die Teilnehmenden kommen aus den Räumen Winterberg und Arnsberg. „Damit die lange Anfahrt lohnt, sind die Treffen länger angelegt und bieten Zeit, verschiedene Aspekte der Dolmetschertätigkeit anzusprechen und zu bearbeiten“, erklärt Susanne Schulze die Zeitplanung. Sie sei froh, dieses Angebot in das Programm der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Arnsberg aufgenommen zu haben: „ Wer dolmetscht, wird intensiv in das Leben der Menschen, für die er zur Stimme wird, hineingezogen. Viele leidvolle Erfahrungen kommen zur Sprache.“ Dabei den angemessenen Abstand zu wahren und gleichzeitig den Menschen nahe genug zu sein, sei eine Gratwanderung, die in den Kurstreffen geübt und begleitet wird.
Die Inhalte für den Kurs, der monatlich einmal stattfindet, haben einige der jetzigen Teilnehmer, unter anderem Vitija, mit den Leiterinnen erarbeiteten. „Wir bieten an, was die Übersetzer und Übersetzerinnen wirklich brauchen“, fasst Susanne Schulze ihr und Jenny Kullmanns inhaltliches Programm zusammen.
Die nächsten Treffen sind am 08.04.,13.05.,03.06,01.07. Die Teilnahme an diesem Kurs ist kostenlos. Finanziert wird die Arbeit mit Zuschüssen der Diakonie Münster und des landeskirchlichen Kollektenausschusses.
KKB


Sie haben Spaß daran, mit Bildern und Worten über das Dolmetschen zu berichten. In der Mitte: Susanne Schulze und Jenny Kullmann. Bild: KKB

 
 
 
 
Sprachenkenntnisse bauen Brücken zwischen Menschen - Hohe Resonanz auf Dolmetscherkurs in Meschede
 

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