19.01.2017

Öko-faires Einkaufen macht Zukunft möglich- Evangelische Kirchengemeinde Brilon ist Pilot im Kirchenkreis Arnsberg.


Brilon. „Zukunft einkaufen“ – so heißt programmatisch ein Arbeitsbereich im Institut für Mission, Ökumene und Weltverantwortung (=MÖWe) der Ev. Kirche von Westfalen. „Zukunft einkaufen“ fordert Kirchengemeinden zum Umdenken im Bereich der Beschaffung auf: Die Achtung vor Mensch und Umwelt sollte bei allen Kaufentscheidungen für Waren und Dienstleistungen leitend sein. An welchen Stellen im Gemeindeleben beachten wir diese Kriterien schon? Wo spielt es bisher noch keine Rolle, ob die gekauften Produkte fair, in der Region produziert und umweltverträglich angebaut wurden? Diese Fragen sollen sich Gemeinde-und Gruppenleitungen stellen und sich in Zukunft beim Einkauf daran halten.

Der Ev. Kirchengemeinde Brilon ist im Ev. Kirchenkreis Arnsberg die erste Gemeinde , die sich dem Prozess stellt. Nach Beratungen durch Margot Bell, Pfarrerin der MÖWe—Arbeitsstelle für die Kirchenkreise Arnsberg und Soest, und weiteren Mitarbeitenden haben Pfarrer und Pfarrerin, Gemeindesekretärin und der Küsterin beraten, wer in der Gemeinde mit Beschaffung zu tun hat. Die Liste wurde lang: Kaffee kochen fast alle Gruppen, Lebensmittel werden für das Gemeindefrühstück, die Kinderbibelwoche, für die Konfirmandentage und viele weitere Veranstaltungen gekauft. Woher beziehen wir die Produkte? Kaufen wir immer nur das Preiswerteste oder ist uns anderes wichtig?

Das Presbyterium beschloss im März 2016: In Zukunft soll die Kirchengemeinde nach öko-fairen Grundsätzen ihre Produkte beschaffen. In der Januar-Sitzung 2017 nahm das Leitungsgremium  den Zeitplan zur Kenntnis: Für 2018 zum Erntedankfest will es sich um das Siegel „Faire Gemeinde“ bewerben. Bis dahin müssen die Multiplikatoren in der Gemeinde überzeugt und zur Mitarbeit gewonnen werden. Ein Team muss eine Bestandsaufnahme machen und danach  entscheiden, welche drei Beschaffungsbereiche zunächst nach öko-fairen Maßstäben umstrukturiert werden sollen. „Dass wir nicht alles auf einmal ändern sollen, sondern beispielhaft drei Felder beackern, entlastet uns und macht uns Mut, neben dem Alltagsgeschäft diesen Prozess anzugehen“, meint Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer nach der zweiten Beratung. Froh ist das Pfarrteam auch über den vom Institut erstellten Zeitfahrplan, beispielhaft formulierte Anträge und hilfreiche Formulare für die Bestandsaufnahme und deren Auswertung.

Ende Februar werden die Delegierten aus den Gemeindegruppen zusammensitzen und ein Beschaffungsteam gründen. Das führt dann die Bestandsaufnahme durch, definiert die Ziele und lädt Ende Juni zu einem Gemeindeabend zum Thema ein. Bis Mitte Juli 2018 kann gearbeitet werden. Dann soll die Zertifizierung beantragt werden. Pfarrer Rainer Müller hofft, dass der Funke überspringt und viele in der Gemeinde mitdenken und-arbeiten werden. „Was wir auf der Ebene der Kirchengemeinde machen, soll beispielhaft ausstrahlen auf die Privathaushalte, aber auch auf kommunale und Vereinseinrichtungen.“ Margot Bell, die den Prozess weiter begleitet, ist froh, dass die Briloner Zukunft einkaufen wollen. „ Die Pilotgemeinde dokumentiert die einzelnen Phasen des Prozesses, so dass andere Kirchengemeinden von ihren Erfahrungen profitieren können und ermutigt werden, sich auch auf den Weg zum Zertifikat „Faire Gemeinde“ zu machen.

Bild und Text: KKB

 

 


v.r.: Pfarrer Rainer Müller lässt sich beraten von Dirk Hillerkus und Margot Bell.

 
 
 
 
Öko-faires Einkaufen macht Zukunft möglich- Evangelische Kirchengemeinde Brilon ist Pilot im Kirchenkreis Arnsberg.
 

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