06.08.2014

Informieren, beten und Mut finden zu handeln - Ökumenisches Friedensgebet in Remblinghausen war Programmpunkt des Spirituellen Sommers in Südwestfalen


Am 6. August fand in der 300 Jahre alten Remblinghauser Nothelfer-Kapelle im Rahmen des Spirituellen Sommers eine ökumenische  Friedensandacht statt. „Ein passender Ort für ein Friedensgebet“, findet Maria Gierse, hatten doch während des zweiten Weltkriegs hier Kriegsgefangene, die in der Pfarrkirche nicht beten durften, ihren Gottesdienst mit einem eigenen Geistlichen gefeiert. „Und viele andere Menschen haben den Nothelfern ihre Kriegsnot geklagt“, da ist sie sich sicher. Maria Gierse, seit 20 Jahren Mitglied der Pax Christi Organisation im Bistum Paderborn, erinnerte mit der Andacht an den vor 100 Jahren ausgebrochenen Ersten Weltkrieg und bedachte auch die aktuelle Weltsituation.
Die 18 katholischen und evangelischen Männer und Frauen aus mehreren Ortsteilen Meschedes, aus Oberhenneborn und einem Dorf im Kreis Olpe ließen sich von der Initiatorin auf einen gedanklich schweren Weg mitnehmen. Angesichts von 45 aktuellen Kriegen, Bürgerkriegen und kriegsähnlichen Situationen in der Welt war es bedrückend, sich an den Ausbruch des ersten Weltkriegs vor hundert Jahren zu erinnern und sich die 17 Millionen Toten vor Augen zu halten. Ein Reservisten - Bierkelch aus dem Jahr 1911 bezeugte den damals herrschenden blinden Nationalismus. Ein Feldpostbrief verdeutlichte, dass es damals Priester gab, die Verwundung und Tot der Soldaten mit dem Opfer Christi gleichsetzten.
Nationalismus und Machtstreben verwickelten vor 100 Jahren 40 Nationen in die Kriegshandlungen.. 100 Jahre später ist Krieg immer noch ein Mittel, um Macht auszuweiten. Die deutsche Bundeswehr ist ein Verteidigungsheer und beteiligt sich an internationalen Einsätzen, sie macht Werbung an weiterführenden Schulen. Deutsche Firmen liefern Waffen auch in Krisengebieten und machen damit Deutschland zum drittgrößten Waffenhändler der Welt.
Still bedachten die Betenden die aktuelle Lage und sprachen Dank für private und politische gewaltlose Konfliktlösungen und Bitten um Verzicht auf bewaffnete Handlungen vor Gott aus. Albrecht Frohn begleitete Friedenslieder auf der Gitarre. Sätze aus der Bergpredigt regten zum Gespräch an. Die Gottesdienstbesucher sagten, dass die komplexe aktuelle Situation sie hilflos mache. Eine setzt ihre Hoffnung darauf, dass friedliebende Jugendliche, die Kontakte zu Jugendlichen in vielen Ländern haben, den Frieden wachsen lassen. Auch dass Armut und Ungerechtigkeit die Bereitschaft zum Kriegführen förderten, wurde benannt.
Im Kreis beteten alle das Vater unser und lasen von Friedenspostkarten Anregungen zur persönlichen Friedensarbeit vor:  Man kann mit Spenden eine Organisation wie Pax Christi fördern, die Fachleute finanziert, damit sie die komplexe Weltlage erklären und Aktionen planen. Man kann fair gehandelte Waren kaufen und auf solche verzichten, die aus Gebieten stammen, von denen Unrecht ausgeht. Man kann sich informieren über die Haltung der politischen Parteien zu Waffenexporten. Man kann im privaten und beruflichen Umfeld gewaltfreie Konfliktlösung üben. Bei Wasser, Weintrauben und Nussecken kamen die Teilnehmer ins Gespräch über konkrete Schritte zum Frieden, die jeder privat und öffentlich gehen kann.

Bilder und Text: Kathrin Koppe-Bäumer


In der renovierten Nothelfer-Kapelle schmückte die internationale Friedensflagge den Altar.

Poltische Informationen, Wasser und Süßigkeiten – auch nach dem Gebet ging das Gespräch weiter.

 
 
 
 
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