28.11.2014

Christlich-muslimische Begegnung - Sich näher kommen bei Speise, Trank und ernstem Thema


Die christlichen Gemeinden von Meschede luden die muslimische Moschee-Gemeinde ein zu einem Begegnungsabend am Mi 26. Nov 2014. Gekommen waren die Geistlichen, Haupt- und Ehrenamtliche und weitere Mitglieder der Gemeinden. Knapp dreißig Personen fanden sich ein im Gemeinsamen Kirchenzentrum.

Bei einem Glas Saft wurden alle Anwesenden von Pfarrer Hans-Jürgen Bäumer herzlich begrüßt. Ein gemeinsames Essen in großer Runde folgte. Es entwickelten sich lockere Gespräche miteinander während der Mahlzeit. 

In der folgenden Stunde widmete sich die Versammlung einem ernsten Thema. Man erzählte sich, wie in der eigenen Religion und Tradition der Toten gedacht wird. Da der November  auf christlicher Seite viele dunkle Feiertage aufweist, wurde dieses Thema für den Abend ausgewählt für Information und Gespräch.

Pastor Reinhold Schlappa berichtete aus katholischer Sicht über Allerheiligen und wie es zu verstehen ist. Er erzählte auch davon, was er in Lateinamerika und in seiner polnischen Heimat zu Sterbebegleitung und Totengedenken erfahren hat. Gemeindereferentin Theresia Brüggemann ergänzte diese Schilderung durch Erfahrungen aus der Krankenhausseelsorge in Meschede. Pfarrer Wilfried Oertel ging dann auf den Schweigemarsch am 9. November ein. Dieses Gedenken ist eine zivile Form in der Öffentlichkeit, sich an die verfolgten und ermordeten jüdischen Mitbürger zu erinnern und auch der Menschen, deren Grundrechte heute bedroht sind.    
Hodscha Vedat Tekin von der Moscheegemeinde informierte nun aus der muslimischen Tradition, wie Sterbende vor und nach dem Tod begleitet werden. Durch die Nachfragen wurde sichtbar, dass es zahlreiche Ähnlichkeiten in den Traditionen gibt. Speziell sei hier genannt die Frage der Waschungen bzw. Krankensalbung. Auch die unterstützende Präsenz der Nachbarschaft am Totenbett durch Abschied und Alltagshilfen weist starke Parallelen zwischen den Bekenntnissen auf. 
Abschließend ging Pfarrer Hartmut Köllner auf den Volkstrauertag ein. Er wird jährlich auch in Meschede als zivile Gedenkveranstaltung begangen. Er verdeutlichte, wie sich das Verständnis dieses Anlasses gewandelt hat. Wurde nach dem 1. Weltkrieg nur der eigenen Opfer gedacht, wandelte es sich unter den Nazis zu einem Heldengedenken. Heute wird an alle Opfer von Gewalt erinnert über Mauern und Grenzen hinweg.

Diese gegenseitigen Begegnungen sind in Meschede eine gute Tradition. Sie werden von allen Beteiligten positiv begrüßt und sicher in Zukunft fortgesetzt.

Text und Bild: Wilfried Oertel   


 
 
 
 
Christlich-muslimische Begegnung - Sich näher kommen bei Speise, Trank und ernstem Thema
 

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