09.07.2016

Rollenfreiheit für Männer gefordert - Männertherapeut begeistert mit Humor und Sachkenntnis


Meschede. Björn Süfke, erfolgreicher Buchautor und Männer-Therapeut aus Bielefeld, kam , eingeladen von der Ev. Erwachsenenbildung im Ev. Kirchenkreis Arnsberg, nach drei Jahren zum zweiten Mal nach Meschede, um sein neues Buch „Männer. Erfindet. Euch. Neu“ vorzustellen. An die 40 am Thema interessierte Männer und Frauen waren gekommen und stimmten den Thesen Süfkes zu. Er unterscheidet Männerkatastrophen, deren Grund die traditionelle Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen ist, und Männerkrisen, die daraus erwachsen, dass diese Traditionen in den letzten Jahrzehnten ins Wanken geraten sind. Humorvoll beschrieb er, wie schwer es für Männer ist, in der Vaterrolle anerkannt zu werden. Er selbst habe erlebt, dass Frauen ihn nicht als ernsthaften Gesprächspartner ansehen, wenn es um Kindererziehung geht. Obwohl eine Freundin mit ihm und den Kindern etwas unternahm, rief sie seine Frau an, um sich nach dem Geburtstagswunsch des Kindes zu erkundigen. Er und seine Frau ernteten kritische Kommentare, als seine Frau nach der Geburt des Kindes die Erwerbstätigkeit wieder aufnahm und ihrem Chef erklärte, Erziehungszeit übernähme ihr Mann. Sie wurde als Rabenmutter angesehen und dem Vater wurde die Erziehungstätigkeit nicht zugetraut. Trotzdem: Björn Süfke sieht optimistisch in die Zukunft. Auch die Frauenbewegung habe Zeit gebraucht. Der Trend zu größerer Rollenfreiheit auch für Männer sei wegen wirtschaftlichen Drucks nicht mehr umzukehren. Nach dem zweiten Weltkrieg haben Frauen Arbeitsplätze bekommen, weil Männer fehlten. Heute müssen mutige Männer noch Erziehungszeiten selbstbewusst einfordern. „In 10-20 Jahren wird es sich kein Unternehmen mehr leisten können, Männern keine Erziehungszeiten zu gewähren, weil Fachkräfte fehlen.“ Steffen Baumann, Vorsitzender der Diakonie Ruhr-Hellweg, ermunterte nach Süfkes Lesung das Publikum durch eine auf den Punkt gebrachte Zusammenfassung zur angeregten Diskussion. Zum Abschluss dankte Pfarrer Dirk Schmäring, Vorsitzender des Vorstandes Ev. Erwachsenenbildung allen, die die Veranstaltung vorbereitet und durchgeführt hatten.

KKB


Bilder: KKB

 
 
 
 
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