28.02.2017

Familiennachzug für Flüchtlinge ermöglichen - Evangelische Flüchtlingsbeauftragte gegen rechtliche und verwaltungspraktische Hürden


Soest/Arnsberg. Die von den Synoden Beauftragten für die Flüchtlingsarbeit innerhalb der Evangelischen Kirchenkreise in Westfalen fordern den erleichterten Nachzug der Familien von geflüchteten Menschen. Dies wurde jetzt in einer Konferenz in Schwerte-Villigst, an der für die Kirchenkreise Soest und Arnsberg auch die Synodalbeauftragten Pfarrerin Margot Bell, Franziska Pich und Hans-Albert Limbrock teilgenommen haben, in einer gemeinsamen Erklärung formuliert.

Seit der Verabschiedung des „Asylpaketes 2“ ist der Nachzug der Familien von Flüchtlingen de facto ausgesetzt. Asylbewerber erhalten in der Regel nur noch den so genannten subsidiären Schutz. Das aber macht den Familiennachzug unmöglich. Seit Inkrafttreten dieser gesetzlichen Bestimmung hat sich etwa die Einordnung von syrischen Flüchtlingen in diese Kategorie von unter 0,5 Prozent auf 70 Prozent erhöht.

Selbst ein 14jähriges Kind aus Syrien hat dadurch kaum Chancen, seine Eltern vor Erreichbarkeit seiner Volljährigkeit nach Deutschland zu holen – und danach erst recht nicht. Die Folgen sind dramatisch: Familien werden zerrissen, die seelische Not der Angehörigen wird gesteigert und psychisch Kranke werden weiterhin traumatisiert. Die Bemühungen zur Integration werden so ad absurdum geführt.

In der Schwerter Erklärung wird daher unter anderem „eine verstärkte und beschleunigte Aufnahme von schutzsuchenden Familien durch humanitäre Visa“ gefordert. Außerdem die „Abschaffung der Aussetzung des Familiennachzuges für subsidiär Geschützte“.

Dazu die Lippstädter Diakonie-Pfarrerin Margot Bell: „Die Familie erfährt in unserm Grundgesetz und in der europäischen Völkerrechtskonvention eine hohe Wertschätzung. Der derzeitige Umgang mit dem Familiennachzug für anerkannte Flüchtlinge steht dem diametral gegenüber. Hier ist dringender Handlungsbedarf.“ HAL


 
 
 
 
Familiennachzug für Flüchtlinge ermöglichen - Evangelische Flüchtlingsbeauftragte gegen rechtliche und verwaltungspraktische Hürden
 

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